Zustände Schneeberg

Schneeberg machte ja schon in vergangenen Jahren durch Soldaten der „Jägerkaserne“ auf sich aufmerksam, welche Videofilme mit antisemitischen und rechtextremen Inhalten drehten. Aktuell jedoch fand am 15.02.´08 eine spontane Demonstration von ca. 50 Nationalisten in Schneeberg statt. Gegen 17 Uhr demonstrierten diese mit einem einzigen Transparent, mit der Aufschrift “gegen kriminelle Ausländer“ durch die menschenleere Schneeberger Innenstadt. Die Demo verlief nach Angaben der Nazis nur kurz (10 min.), da es keine gemeinsame Orga zwischen den lokalen Nazis, den zu gereisten „Autonomen Nationalisten“ aus Zwickau oder denn „Freien Kräften“ aus Chemnitz gab. Durch diese Demo versuchten die Nazis hier erneut weiter Fuß zufassen, indem sie wieder einmal sich in die Opferrolle packten. Eine Schlägerei zwischen Deutschen und Migranten diente hier als Anlass, gegen Migrant_innen zuagieren. Da wohl ein Deutscher welcher kurz auf der Demo sprach einen Messerstich erlitten haben soll. Kurz vor 18 Uhr war außer der Polizei kein Nazi mehr vor Ort. Diese reisten gleich wieder ab. Selbst die Polizei sah sich nicht veranlasst gegen diese selbst ernannte Mahnwache vorzugehen und ließ den Nazis freies Spiel. Nichts Neues in Schneeberg! Mutmaßlich steht die Demo in Zusammenhang mit der am 09.02.´08 im Erzgebirge statt gefundenen Veranstaltung der „Freien Kräfte“ unter dem Motto „Werde aktiv …“. Bei dieser den Teilnehmer_innen auch diverse andere öffentlichkeitswirksame Aktionsformen nahe gelegt wurden. Des Weiteren kommt es in Schneeberg seit langem kontinuierlich zu Übergriffen gegenüber Menschen die nicht ins faschistoide Weltbild passen. Hier wird massiv versucht vermeintliche Gegner_innen einzuschüchtern, mundtot zumachen und körperlich zu schädigen. Ganz nach dem Konzept der „national befreiten Zone“ wird hier seitens der Nazis agiert. Bei den Übergriffen wird immer gezielt und äußerst brutal gegen vermeintliche „Linke“ vorgegangen. So zum Beispiel am 12.5.2007 gegen 1 Uhr nachts auf dem Schneeberger Marktplatz prügelte eine Gruppe teilweise vermummter Nazis grundlos auf eine Gruppe „alternativer“ Jugendlicher (darunter auch Frauen) ein. Die Jugendlichen werden unter anderem als „dreckiges Zeckenpack“ beschimpft. Die Opfer erlitten Platzwunden, Verletzungen an Knien, Prellungen, und Kopfverletzungen, unter anderem durch eine Flasche, welche auf dem Kopf eines Jugendlichen zerschlagen wurde. Am 22.03.2007, stürmten 30 Nazis aus der Kneipe „Ritterklause“ heraus, rissen Zaunslatten ab und schrieen Parolen wie „rennt um eurer Leben Ihr Judenschweine“. Sie jagten die fünfköpfige Gruppe durch halb Schneeberg. Unter den Angreifern wurde der stadtbekannte rechte Schläger Toni Schlegel erkannt. Ein Opfer erlitt einen schweren Nasenbruch. Der Rest der Gruppe konnte glücklicher Weise entkommen. Die Polizei kommt jedes Mal zu spät und belächelt die Opfer, ganz nach dem Motto „selbst Schuld“. Bei den Angreifern handelt es sich um stadtbekannte Nazischläger aus Schneeberg. Zu einem weiteren schweren Überfall auf Studenten_innen im „Studentenkeller“ der westsächsischen Hochschule in Schneeberg kam es Ende Oktober des vergangenen Jahres. Eine Gruppe Nazis drang in den „Studentenkeller“ ein und verprügelte mehrere Studenten_innen. Unter den erlittenen Verletzungen waren auch schwerere, ein Opfer erlitt unter anderem einen mehrfachen Kifferbruch. Mit diesem Überfall sind es jetzt schon vier, auf Besucher_innen des Studentenkellers.
Indes rät Bürgermeister Stimpel den Opfern rechter Gewalt mit Ihren Peinigern Sport zu betreiben. Damit Sie so Ängste abbauen und sich gegenseitig annähern. Wie vieler Orts kann auch Stimpel lokal keine rechte Szene ausmachen. Wie auch in Mittweida und Anderswo hat der Bürgermeister keine Probleme mit rechten Jugendlichen. In den Jahren zuvor kam es auch zu mehreren Übergriffen durch Nazis auf Alternative, vermeintlich „Linke“ und Migranten_innen. In der „Gaststätte am Stadtpark“ spielte im letzten Jahr der nationale Barde Frank Rennecke. Nach dem Wechsel der Kneipeninhaber dient das Lokal weiterhin als Treffpunkt der Rechten. Nationalsozialistische Parolen und Hakenkreuzsprühereien tauchen immer wieder im Stadtbild auf. Das Ordnungsamt kommt dem entfernen dieser Schmiererein, an kommunalem Eigentum, eher langsam hinterher. Das „Lichtlfest“ wird von der NPD zum Verteilen von Infomaterial genutzt. Niemand stört sich am „NPD-Haus“ im Rosenthal in Schneeberg. Zu erkennen ist es an der NPD Fahne und der schwarz-rot-weißen Satellitenschüssel auf dem Dach. Das Haus dient als wichtiger Treffpunkt der lokalen Naziszene, hier werden Veranstaltungen und Partys durchgeführt. Der einschlägig vorbestrafte Nazi Reik Pohl hat dort die führende Position inne. “T.H.O.R.“ und „White Resistance“ sind aktive Nazibands aus Schneeberg. Das Bandmitglied Andreas Schwach von „T H O R“ ist auch beim Auer Naziladen „Sonnentanz“ aktiv Das zuletzt von Ihnen genutzte Gebäude, als Proberaum, wurde im vergangenen Herbst abgerissen. Jedoch haben die Nazibands neue Räumlichkeiten im „NPD Haus“ gefunden. Im Schneeberger „Wolfgangmassen“ Viertel wurden Alternative und anderen „unliebsame“ Mieter vertrieben und rausgeschmissen. Der neu geschaffene Wohnraum wurde nun vorzugsweise vom Vermieter an Nazis vermietet.

Organisiert den antifaschistischen Selbstschutz!
Alternative Freiräume schaffen und verteidigen!
Deutsche Zustände angreifen, Entnazifizierung jetzt!
Rechte Gewalt muss als solche in den lokalen Medien thematisiert werten, ohne jede Totalitarismustheorien!
Solidarität mit den Opfern von Nazigewalt!
Den Opfern von Nazigewalt muss unter anderem durch Beratungsstellen und Sozialarbeiter_innen vor Ort stärker und kontinuierlicher geholfen werden.
Des Weiteren müssen nicht rechte Projekte und alternative Anlaufstellen stärker gefördert werden.
Dem rechten Immobilientreiben ein Ende setzten, weg mit Nazikneipen, Treffpunkten und Naziwohnungen. Nazistrukturen dichtmachen!

\"Gaststätte am Stadtpark\"
das \\\"NPD Haus\\\" in Rosenthal