Protestkundgebung in Oelsnitz/E.

vom ARTe.
Am 15. Oktober wurde in Oelsnitz/E. ein 7 jähriges Mädchen von einem 56jährigen sexuell misshandelt. Diesen Vorfall haben die Organisatoren der „Bürgerinitiative“, die „Nationalen Sozialisten Chemnitz“ und ihr Umfeld aus dem Erzgebirge erneut genutzt, um ihre Vorstellungen, einer Reinhaltung ihres rassistisch definierten Volkskörpers, unter die Leute zubringen. Auf den Flyern, welche zuvor in Oelsnitzer Briefkästen landeten, gab Nazi sich ganz bürgerlich. So wurde wohl bewusst auf die sonst üblichen Forderungen verzichtet. Dem Aufruf zur Kundgebung „Bürgerinitiative – Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch“ am 24.Oktober folgten neben 40 Nazis vornehmlich im „Autonomen Nationalisten Style“ noch ca.20 BürgerInnen. Unter den angereisten Nazis aus den „Freien Netz“ Strukturen Chemnitz, Zwickau und Erzgebirge gesellte sich auch der Annaberger Stadt- und Kreisrat Rico Hentschel (NPD) samt glatzköpfigem Anhang. Als Lautsprecherwagen diente ein dunkelgrüner PKW (STL-PM 44). Vereint als temporäre Volksgemeinschaft klatschten die Anwesenden gemeinsam Applaus zu den verlesen Redebeiträgen. Gemeinsam waren Sie sich wohl einig wem Mitgefühl und Trauer gebühren sollte. Bis auf ein paar weitere BürgerInnen, welche am/oder aus dem Fenster schauten fand die Naziaktion keinen weiteren Zuspruch. Auch wenn solche Taten grausam und abscheulich sind, muss mensch sich mit Naziforderungen wie: „Todesstrafe für Kinderschänder“ kritisch auseinandersetzten und diesen entschieden entgegentreten. 1941 wurde schon einmal die „Reinigungstodesstrafe“ für SittlichkeitsverbrecherInnen eingeführt. Mit ihr sollte auch die Volksgemeinschaft geschützt und dem Bedürfnis nach gerechter Sühne stattgegeben werden.

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