Archiv für Dezember 2008

Dummheit, Deutschtümelei und verlogene Heimattradition.*

Auf diesem Blog ist ja schon einige über die Naziszene und Naziläden wie das „Phönix“ erschienen. Es hat sich einiges getan in der Provinz.

In der Nacht zum 29. September wurden die Schaufenster und die der Tür von jungen, enthusiastischen AntifaschistInnen zerstört. Mit derartigem Aktionismus hat Markus Szallies in Annaberg/B. sicherlich nicht gerechnet, als er vor etlichen Jahren seinen neonazistischen Konsumtempel auf dem Schul(den)berg 3 eröffnete. Schon im Juli 2005 wurde der Laden während der „Antifa- Kaffeefahrt“ besucht und auch die antifaschistische Demonstration in Annaberg am 18.September 2008 hielt eine Zwischenkundgebung vor dem Laden ab. Aufgrund der zahlreichen Geschehnisse an und um seinen Laden fühlt sich Markus Sziallies anscheinend unter Druck geraten und weist junge Antifaschistinnen, in drohendem Gestus, persönlich darauf hin ihre mutmaßliche antifaschistische Aktivität einzustellen. (mehr…)

Aufruf zur Teilnahme an der Kundgebung zum Jahrestag der Auschwitzbefreiung.

Wir sehen uns auch weiterhin in der Verantwortung, dem antisemitischen Denken und Handeln entschieden entgegenzutreten. Damit Auschwitz sich nicht wiederhole!

Daher rufen wir dazu auf, an die Befreiung von Auschwitz sowie auch an die Opfer der Deutschen Barbarei zu erinnern.
Sa. 24.01.2009, 14 Uhr: Annaberg/B., Buchholzerstr. (Ecke Sparkasse)
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Keine Versöhnung mit Deutschland. Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmärsche verhindern! Aufruf zu antifaschistischen Aktionen am 13. und 14. Februar 2009 in Dresden.

Hätte es die Bombardierung Dresdens nicht gegeben – die Deutschen hätten sie erfunden. Der Bezug auf die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 ist heute, über sechzig Jahre danach, aus dem deutschen Selbstbewusstsein nicht mehr wegzudenken. Das in der sächsischen Landeshauptstadt alljährlich zelebrierte Gedenken an die Toten der Bombardierung ist dabei weit mehr als die Erinnerung an ein historisches Ereignis. In der Woche um den 13. Februar herum trifft sich die kollektive Trauer deutscher Bürger_innen um sogenannte „deutsche Opfer“ mit dem zur Zeit größten Nazi-Aufmarsch Europas. Beide vereint die Suche nach kollektiver Identität, die nach 1945 in Deutschland jedoch nicht mehr umstandslos zu haben ist. Die einzige vernünftige Konsequenz aus der deutschen Geschichte bleibt der bedingungs- und kompromisslose Bruch mit ihr. Wer ihn nicht vollziehen will, kommt um eine umfassende Revision und Verfälschung dieser Geschichte nicht herum – ganz gleich ob als subtile Akzentverschiebung oder als raubeinige Lüge. Nicht nur in Dresden mündet daher die Rekonstruktion deutscher Identität in die Verdrängung der geschichtlichen Wirklichkeit durch einen Mythos. Die untereinander konkurrierenden Strömungen des Dresdner Gedenkens schreiben die deutsche Ideologie fort und stellen sich damit in die Tradition der deutschen Täter_innen. Der notwendige Bruch mit der deutschen Vergangenheit dagegen impliziert die unnachgiebige Kritik des Dresdner Trauerspektakels in allen seinen Gestalten. Dies kann nur bedeuten, die geschichtsrevisionistischen Manifestationen der deutschen Ideologie an den beiden Tagen des 13. und 14. Februars 2009 mit der bitter nötigen Kritik zu konfrontieren. Eine Versöhnung mit Deutschland ist unmöglich. (mehr…)

Erneute antiziganistische Nazidemonstration in Litvinov

von indymedia

Nazidemonstration in Litvínov (Tschechien)

Am 13. Dezember setzten sich mehr als 100 Neonazis in Tschechien wie schon in den beiden Monate zuvor über ein Demonstrationsverbot hinweg und versuchten zur Roma-Siedlung Janov zu gelangen.
In Litvínov demonstrierten gestern erneut ca. 100 BürgerInnen und Neonazis der rechten Arbeiterpartei „Dělnická Strana“ (DS). In einem Park nahe des Stadtzentrums wurde auf einer angemeldeten Kundgebung die Entlassung des Bürgermeisters und korrupter Beamter gefordert. Der anwesenden Polizei wurde mehrmals mit Rufen, wie „ACAB“ und „Odpor, Odpor“ (Widerstand, Widerstand) begegnet. Im Anschluss gingen sie trotz Verbot mit Polizeibegleitung nach Janov, wo sie Kerzen in Erinnerung an den 17.11.2008 niederlegten. Damit wollten sie an die Polizeigewalt gegen angeblich friedliche DemonstrantInnen erinnern. In Janov kam es dann zu Wortgefechten zwischen ihnen und dem Romas. Die Polizei konnte erneute Auseinandersetzungen nur verhindern, in dem sie die Neonazis kesselte und mit einem Bus wieder zurück nach Litvínov brachte. (mehr…)

Antifaschistische Protestaktion – 13. Dezember 2008, Prag

Gegen rassistische Pogrome, gegen soziale Ausgrenzung, für ein würdevolles Leben für alle!

Aufruf der AFA CZ zur Antifademo 13. Dezember Prag

In den letzten zwei Jahren kam es in Tschechien zu einer sichtlichen Zunahme an neonazistischen Aktivitäten und Provokationen. Auch die Bemühungen von Neonazis sich in der Politik zu etablieren sind offensichtlich. Dazu dient ihnen als legale Organisation die Arbeiterpartei, deren Führungskräfte vor nicht allzu langer Zeit Sudetendeutsche beschimpft haben und heute auf Aktionen der NPD Reden halten. Es ist nicht überraschend, dass man viele Neonazis, die bekannt sind für ihre Hitlergrüsse, Holocaustverleumdung und Gewalttätigkeit, auf den Kandidatslisten dieser Partei in den letzten Kreiswahlen sehen konnte.

Vor einem Jahr haben Neonazis ihren Antisemitismus mit provokativen Aktionen in Prag und Pilsen demonstriert. Damals marschierte gegen sie ein breites Spektrum Protestierender von radikalen Antifaschisten bis zu Politikern auf. Die Neonazis gingen ohne Erfolg wieder nach Hause. Deshalb richten sie sich jetzt gegen die Roma. Im Oktober und November diesen Jahres kam es von ihrer Seite aus zu zwei nicht vorher gesehenen Pogromversuchen. An die 700 Mann marschierten im nordböhmischen Litvinov auf und ihr Ziel war die Plattenbausiedlung Janov am Rande der Stadt. Diesesmal hatten die Politiker keine Verurteilung parat. Wie paradox – sie waren empört, als es letztes Jahr um ein nicht mehr existierendes jüdisches Viertel ging und jetzt, wenn es um die Roma geht, stecken sie den Kopf in den Sand. (mehr…)