Pressemitteilung zur Kundgebung am 24. Januar in Annaberg/B.

„Damit Auschwitz sich nicht wiederhole!“
„Initiative gegen Antisemitismus Erzgebirge“ ruft zu Kundgebung aus Anlass des 64. Jahrestages der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz auf.

Für Samstag, den 24.1.2009 ruft die „Initiative gegen Antisemitismus Erzgebirge“ zu einer Kundgebung aus Anlass des Jahrestages der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz auf. Am 27.1.2009 jährt sich zum 64. Mal die Befreiung von Auschwitz durch die sowjetischen Streitkräfte. Dieser Tag wird heute symbolisch als Tag der Opfer des Nationalsozialismus begangen.

Auch das jüdische Leben der Stadt Annaberg-Buchholz wurde durch den Nationalsozialismus weitestgehend ausgelöscht. 1933 rief der damalige Oberbürgermeister Dietze zu Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte auf. Es folgten Verhaftungen, Deportationen, Schändungen des jüdischen Friedhofes und der Synagoge.
Von wenig historischer Sensibilität zeugt der Fakt, dass sich der Naziladen „Phoenix“ heute im selben Gebäude auf dem Schulberg 3 befindet, wo 1897 der erste Betsaal der Israelitischen Religionsvereinigung zu Annaberg eingerichtet wurde.

Mit der Kundgebung in Annaberg-Buchholz soll an die grausame Vernichtung von Juden und Jüdinnen, von Sinti, Roma, Homosexuellen, KommunistInnen und SozialistInnen und allen anderen Opfern der deutschen Barbarei erinnert werden. Allein in Auschwitz wurden mindestens 1,1 Millionen Juden und Jüdinnen ermordet. Erst durch Intervention der Alliierten wurde der nationalsozialistische Terror gestoppt und somit die Vernichtung aller europäischen Juden und Jüdinnen verhindert.

Auch in der Gegenwart sind Antisemitismus und Rassismus in weiten Teilen der Gesellschaft verankert. Gedenken muss vor diesem Hintergrund praktisch werden. Der Widerstand gegen organisierte Nazis gehört genauso auf die Tagesordnung wie Sensibilität für und vor allem Widerspruch gegen Diskriminierungen und Geschichtsrevisionismus im Alltag.

„Wir sehen uns auch weiterhin in der Verantwortung, dem antisemitischen Denken und Handeln entschieden entgegenzutreten. Damit Auschwitz sich nicht wiederhole!“, so heißt es im Aufruf der Initiative gegen Antisemitismus.

Im Rahmen der Kundgebung am 24.1.2009, 14 bis 18 Uhr, wird es auf dem Marktplatz von Annaberg-Buchholz umfassende Informationen über die Geschichte des jüdischen Lebens in der Stadt geben. In Redebeiträgen soll vor allem auch auf antisemitische Denkweisen in der Gegenwart eingegangen werden. Erwartet werden die Hinterbliebenen von Adolf Diamant, Autor des Buches „Juden in Annaberg im Erzgebirge“.