Archiv für Mai 2009

Ladenschluss jetzt!

Antifaschistischer Impuls Lugau

Aktion gegen Naziladen im westsächsischen Lugau

In der Nacht vom 02. zum 03.05. 2009 verübten vermutlich Antifaschist_innen einen Anschlag auf den Lugauer Naziladen „Fashionstore Weissflog“.
Dabei wurden die Scheibe der Tür, sowie ein Schaufenster durch die Folge von mehreren Steinwürfen verschönert. Grund dafür ist wahrscheinlich die Tatsache, dass der Inhaber Enrico W. schon länger in seinem Bekleidungsgeschäft auf der Hohensteiner Straße die bei Nazis beliebte Marke „Thor Steinar“ verkauft.
Enrico W. sollte somit klar sein, dass er hier nicht ungestört rechten Chic vertreiben kann.

Naziläden zu Baulücken!

da sagt die Scheibe zu dem Stein: ich lad dich auf einen Sprung herein

Quelle: indymedia

Von Parteisoldaten und Pappkameraden

Deutsche Zustände in Jahnsdorf

Am 7. Juni diesen Jahres finden die Stadt- und Gemeinderatswahlen statt – mit dabei die NPD. Doch für einen flächendeckenden Antritt im Erzgebirgskreis fehlen den Nazis die Kandidat_innen. Für 15 Städte und Gemeinden hat der Kreisverband sein Personal (siehe unten) mobilisieren können
(Stand Ende April). Quer durch das Erzgebirge versucht die NPD auf kommunaler Ebene in die Rathäuser einzuziehen. Ihren Schwerpunkt legen sie dieses Jahr auf Jahnsdorf. Gleich mit sechs Kandidaten aus Jahnsdorf und den eingemeindeten Ortschaften will die Partei ihr erhofftes zweistelliges Wahlergebnis personell unterlegen. In dem rund 6000 Einwohner_innen zählendem Dorf, hatten bereits im Jahr 2008 über 10% der wahlberechtigten Bevölkerung die NPD und ihre Vertreter gewählt. 8,6% der Stimmen erhielt die Partei. Wie vieler Orts sind die Nazis auch in Jahnsdorf in der Mitte der Gesellschaft verankert. Die Kanditat_innen reichen vom Angestellten im Kreiskrankenhaus, über den Feuerwehrmann, der mittlerweile mehr als 27 Jahre in der örtlichen freiwilligen Feuerwehr dient, zu Fußballspielern aus zwei benachbarten Vereinen und selbstständigen Unternehmern, die alle gemeinsam das Gleiche wollen: „[…]mit national-demokratischer Fachkompetenz zur kommunalen Zukunftsgestaltung beizutragen.“ Dass die NPD und ihre Gefolgsleute gewiss nicht demokratisch sind brauchen wir an dieser Stelle nicht näher zu erläutern. Hinzu kommt das durch Frustration und Protest weitere Stimmen an die Nazis gehen werden. Wir möchten vielmehr auf den (braun-schwarzen) Sumpf hinweisen, der einen Erfolg für die NPD ermöglichen könnte.

Bei den Vertreter_innen der lokalen CDU, welche noch die „demokratische Mehrheit“ im Jahnsdorfer Gemeinderat inne haben, ist bereits gemeinsames Wundenlecken angesagt. Mit Lächelzwang auf bürgernah zu machen, versucht(en) der Ortsvorsteher und seine CDU Kolleg_innen. Dass dies in die Hose ging, weiter gehen wird und somit der Zweifel an dieser Demokratie für die NPD Stimmen einbringt, ist erkenntlich. Vielleicht dennoch unerklärlich für die CDU, bedient sie sich doch „für die Heimat“ der gleichen Rassismen und Heimatdusseleien in ihrem Bürgernahkonzept.
Diese vorherrschenden Verhältnisse fernab des „rechten Randes“ in der „Mitte der Gesellschaft“ sind somit ideale Vorraussetzung für das stets neue reproduzieren menschenverachtender Ideologien.

same shit different city

Dem „Wochenspiegel“ vom 21. Januar diesen Jahres konnte mensch entnehmen, dass der selbstständige Finanzdienstleister Jan Riemann, unterstützt durch seinen „Freundes- und Bekanntenkreis“, 500 € an den Ambulanten Kinderhospizdienst Westsachsen e.V. und je 250€ an die Tafeln in Aue und Schwarzenberg gespendet hat. Laut der wohlwollenden Berichterstattung des „Wochenspiegels“ unterstützt er unter anderem auch „Soli-Hallenfußballtuniere“ in Schneeberg und Lößnitz. Eigentlich nichts ungewöhnliches, wäre Riemann nicht Kandidat für die NPD. Zu den im Juni stattfindenden Stadt- und Gemeinderatswahlen tritt er für die rechte Partei um einen Platz im Lößnitzer Gemeinderat an. Bereits im letzten Jahr trat er zu den Kommunalwahlen für die NPD an. Am 11. Oktober 2008 fungierte Riemann als Redner auf einer Nazidemonstration durch Zwickau.
Da kann es ja nur von Vorteil sein, Geld zu spenden. Eine „besondere“ Art von Wahlkampf. Erst recht wenn Nazi die Presse gleich mitbringt.

Auf Nachfrage im Kinderhospiz wurde Bedauern geäußert, aber eine Rückgabe abgelehnt, da dies angeblich mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden sei. (sic!) Eine Gegendarstellung zur wohlwollenden Berichterstattung hat der Wochenspiegel abgelehnt. Die Tafeln sehen ebenfalls keinen Grund das Geld zurück zu spenden.

Die alte Leier?

Durch Verharmlosung, Zustimmung, Duldung und der damit einhergehenden Normalisierung von menschenverachtenden Einstellungen erfährt auch die NPD ihre kontinuierlich voranschreitende Verankerung. Wenn in den Vereinen TSV Jahnsdorf, SV Leukersdorf, in der freiwilligen Feuerwehr und dem dazugehörigem Förderverein, in sozialen Einrichtungen, im Alltag oder bei der Begegnung in der gemeinsamen Dorfkneipe keine Auseinandersetzung mit den Nazis und ihrer
Ideologie stattfindet, Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sich etabliert und rechtem Gedankengut Zustimmung wiederfährt, letzteres nicht erst nach dem 4. Bier, ist es umso fraglicher ob überhaupt eine Auseinandersetzung erwünscht ist.

Wir brauchen kein „Jahnsdorf bleibt bunt“, sondern eine konsequente
Auseinandersetzung über die Ideologieelemente des Nationalsozialismus, sprich eliminatorischen Antisemitismus und Antiziganismus, Rassismus, Volksgemeinschaftsideologie, Homophobie und Sexismus sowie mit dem expansorischen deutschen Nationalismus!

Kandidaturen der NPD gibt es in folgenden Städten und Gemeinden:
(update Juni `09)

Annaberg/B.:

Rico Hentschel Köselitzplatz 2 09456 Annaberg-Buchholz Industriekaufmann, Informatiker geb. 1977
NPD Kreisrat , Kreisschatzmeister und der Kreistagsfraktion Administrator der KV-Homepage

Rico George Benkertbergstr. 2 09456 Annaberg-Buchholz Kälte -Klima –Lüftungsmonteur geb. 1967
NPD Kreisrat

Auerbach:

Karl-Heinz Sickel, Gutsweg 4 09392 Auerbach Tel: 03721/31035 Ingenieur f. Baustofftechnologie geb. 1952 kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Gelenau:

David Schröer, Kemtauer Str. 10 09423 Gelenau Ausbilder für Industriegerüstbau geb. 1985 kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Friedemann Arnold

Geyer:

Timo Mohr, August Bebel Str. 8 09468 Geyer Kraftfahrer geb. 1970 kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Großrückerswalde:

Dennis Neubert, Schulberg 7 09518 Großrückerswalde Tel: 03735/668993 Drucker geb. 1974
NPD Gemeindrat in Großrückerswalde kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Sandrino Zießler, Zum Sportplatz 1 09518 Großrückerswalde OT Niederschmiedeberg Tel: 03735/609657 Kfz-Mechaniker

Jahnsdorf:

Mario Löffler, Straße der Einheit 1 09387 Jahnsdorf Tel: 03721/273713 selbst. Unternehmer geb. 1963 Vorsitztender des KV`s und der Kreistagsfraktion sowie Kreisrat Direktkandidat zur bevorstehenden Landtagswahl kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Ronny Reicher, Stollberger Str. 47 09387 Jahnsdorf OT Pfaffenhain selbst. Unternehmer geb. 1972 Stellv. Fraktions- und Kreisverbandsvorsitzen und Kreisrat kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Uwe Müller, Alte Gasse 15c 09387 Jahnsdorf OT Leukersdorf Tel: 03712/802710 Bauvorarbeiter geb. 1972
kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Klaus Meißner, wie Löffler aktiv in der Bürger_inneninitiative gegen den Verkehrslandeplatz Jahnsdorf kandidierte als Bürger für die NPD um einen Platz im Beirat des Naturschutzzentrum Annaberg gGmbH

Uwe Roth, Steegenwaldstr. 5 09387 Jahnsdorf Tel: 037296/17672
Freiwillige Feuerwehr Jahnsdorf

Jonny Sillack, Angestellter im Kreiskrankenhaus Stollberg spielt im Leukersdorfer SV

Krumhermersdorf:

Joachim Schubert, geb. 1939 Malermeister
Kreisrat kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Lauter:

Sebastian Flechtner, Industriestrasse 15 08312 Lauter Fremdsprachenkorrespondent geb 1983

Lößnitz:

Jan Riemann, Mozartstr. 16 08294 Lößnitz selbst. Finanzdienstleister geb. 1983
kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD
trat auf der Nazidemo am 11. Oktober 2008 in Zwickau als Redner auf

Olbernhau:

Jürgen Kaden Neue Siedlung 1, 09526 Olbernhau Maschinenführer 1949

Christine Rudolph Mühlgasschen 5, 09526 Olbernhau Industrienäherin 1948

Schneeberg:

Rico Illert, Gottlieb-Heinrich-Dietz-Straße 6 08289 Schneeberg Tel: 0162/2533040 Elektroinstallateur geb. 1981

Bad Schlema:

Stefan Hartung, Ludwig Jahn Str. 10 08301 Bad Schlema Selbständiger im IT-Geschäft geb. 1989 „Stützpunktleiter“ der JN Aue-Schwarzenberg Berater der NPD Kreistagsfraktion
kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Seiffen:

Henry Beier, Hauptstr. 200 09548 Seiffen Tel: 037362/88880

Thalheim:

Sven Müller, Innere Bergstr. 11 09380 Thalheim Tel: 03721/273304 Elektroniker geb. 1979
Inhaber der Asgard-Media (IT-Dienstleistungen) kandidierte bereits zu den Kommunalwahlen 2008 für die NPD

Zschopau:

Joachim Schubert siehe Krumhermersdorf