Archiv für November 2009

Brandanschlag auf Asylbewerber_innenheim in Schneeberg

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag im Erdgeschoss des Hauses, unter einer Treppe, Feuer gelegt. Der Hausmeister des Heimes hatte das Feuer gerade noch rechtzeitig entdeckt und gelöscht. Sieben Bewohner_innen mußten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Sie wurden inzwischen wieder entlassen. Über die Hintergründe des Brandanschlags ist noch nichts bekannt. Laut MDR-Sachsen wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Nicht der erste Brandanschlag diesen Monat in der westsächsischen Provinz. Bereits Anfang des Monats kam es im Zwickauer Asylbewerber_innenheim zu einem Brand. Ein Bewohner des Zwickauer Heimes hatte damals kurz vor dem Feuer einen Nazis dort gesehen. Auch in Schneeberg ist dies nicht die erste Tat mit mutmaßlichem rechte Hintergrund. So kommt es in Schneeberg immer wieder zu Farbschmiereien mit verfassungswidrigen Inhalten, Propagandaaktionen und Angriffe auf Migrant_innen, Linke und Andersdenkende. 2008 wurde z.B. ein Treffpunkt der alternativen Szene mehrmals von stadtbekannten Nazis angegriffen und beschädigt. Zwei Nazidemonstrationen des „Freien Netzes“ fanden im letztem Jahr ebenfalls in Schneeberg statt.

Kundgebung gegen Thor Steinar-Laden „Oseberg“

Am 27.11.2009 findet um 15 Uhr am Theaterplatz in Plauen eine Kundgebung gegen den neueröffneten Thor Steinar-Laden statt.

Kein Raum für rechten Lifestyle – Thor-Steinar-Laden Oseberg schließen!

Zum Aufruf

Oseberg dichtmachen!

Traditionsbewusst

Wolkenstein steht wohl schon länger in enger Verbindung mit Deutschtum und Militär. So hat die Stadt eine Patenschaft mit der 6. Kompanie des Panzergrenadierbattaillons 371 in Marienberg.1 Der damalige Reichshauptstellenleiter im Rassepolitischen Amt der NSDAP Wolfgang Knorr (1911–1940), stammte aus Wolkenstein.2 Jetzt, seit Mitte Oktober findet im Wolkensteiner Militärhistorischem Museum am Schloßplatz eine „Sonderaustellung“ über „Schutztruppler der ehem. deutschen Kolonien – Deutsch-Südwestafrika“(Anm. das heutige Namibia) statt. Organisiert wurde die Ausstellung vom „Förderverein Militärhistorisches Museum Wolkenstein e.V.“ und des „Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e.V. Dresden“. Laut dem Förderverein stellen „persönliche Schicksale von Menschen aus dem Erzgebirge“ welche damals „im aktiven Militär- und Polizeidienst“ waren einen „besonderen Schwerpunkt“ dar.3 Dabei handelt es sich nicht um eine harmlose Ausstellung mit Orden, Waffen, Uniformen und Fotografien von militärischen Einheiten in den deutschen Kolonien Afrikas von 1891 bis 1918. Nicht nur Kolonialnostalgiker_innen und Kolonialgeschichtsrevisionist_innen aus dem Erzgebirge werden beim frequentieren der rechtslastigen Ausstellung ins Schwärmen kommen.

Ausgelassen wird, dass Angehörige der „Schutztruppen“ sich an dutzenden Massakern und Aufstandsniederschlagungen an den, gegen ihren Willen Kolonisierten und Ausgebeuteten, beteiltigten. Gräueltaten werden zu deutschen „Heldentaten“ verklärt. Das aber diesen gerade in Namibia zehntausende Hereros und Namas zum Opfer fielen wird ebenfalls ausgelassen. Der erste Genozid im 20. Jahrhundert zielte auf die vollständige Vernichtung der Herero ab. „Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muß […]“4 so der damalige deutsche Generalleutnant Lothar von Trotha. Auf der Homepage des Vereins aus Wolkenstein wird hingegen gejammert, dass „eines der geschichtsträchtigsten Symbole des Landes Namibia – Der Reiter von Südwest – in Windhuk von seinem angestammten Platz aus ideologischen Gründen verschwinden soll.“5 Ein geschichtsrevisionistisches „Reiterdenkmal“, welches an die deutschen „Opfer“ errinnern soll.

Hier ist eine inhaltliche Kritik mit deutschem Kolonialismus, Rassismus und Geschichtsrevisionismus wichtiger und richtiger als eine „Nüchtern und ohne ideologische Scheuklappen“ gezeigte Ausstellung über „Schutztruppler der ehem. deutschen Kolonien – Deutsch-Südwestafrika“!6

Autonome Antifa November 2009

  1. www.de.wikipedia.org/wiki/Wolkenstein_%28Erzgebirge%29 [zurück]
  2. www.de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Knorr [zurück]
  3. www.ambrossgut.com/mhm/SOA/index.htm (Kopie liegt vor) [zurück]
  4. Brief an Generalstabschef Graf von Schlieffen [zurück]
  5. www.ambrossgut.com/mhm/SOA/index.htm (Kopie liegt vor) [zurück]
  6. www.ambrossgut.com/mhm/SOA/index.htm (Kopie liegt vor) [zurück]

Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links!

Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als „kleinere Rangeleien“ ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa „der Zionismus“ als „rassistisches Projekt“ bezeichnet, mittels dessen „künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden“ solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker. (mehr…)

Hardcore is more than music???

Folgender Text wurde uns mit der Bitte um Veröffentlichung zugeschickt.

Zum Konzert im „J-town club“ Johanngeorgenstadt am 13.11.2009

Am 13.11.2009 spielten im Hardcore-Club Johanngeorgenstadt 3 Bands. Als Headliner fungierte „Only Attitude Counts“ aus Wien. Als Supporter dienten die lokalen Größen „Force Open“ und „My Own Path“. Der Flyer von diesem Konzert zeigt ein Foto, was vermutlich direkt im Club geschossen wurde. Im Vordergrund ist eine männliche Person zu sehen, die ein „Good Night“-Shirt trägt. Alles in allem nichts ungewöhnliches.
Nunja, allerdings bleibt offen, was auf dem Shirt nach dem „Good-Night“ folgt.
Leider gesellten sich unter die rund 70 KonzertbesucherInnen augenscheinlich auch 7 Neonazis. Dies stellt heute leider bei Hardcore-Konzerten auch keine Seltenheit mehr dar.
Jedoch wurden diese Leute nicht, wie mensch eigentlich, von einer aus dem Punk entstandenen, antifaschistischen Bewegung, erwartet, aus dem Club geschmissen. Nein, im Gegenteil! Die Nazis wurden mit Handschlag begrüßt, es wurde gelacht und man kann davon ausgehen, dass dieses Klientel häufiger zu Konzerten erscheint. Die Nazis waren eindeutig erkennbar durch schwarz-.weiß-rote Aufnäher und „Honour“-Tätowierungen. Außerdem trug ein Teil von ihnen Jacken der umstrittenen Gruppierung „Auersberg-Piraten“. Es ist festzuhalten, dass mensch in Johanngeorgenstadt auf eine völlig entpolitisierte Szene trifft. Das Tragen von „Good-Night-White-Pride“-Shirts ist nur noch Mode-Element und dient für Image-Zwecke. Fakt ist außerdem, dass der Club „J-Town“, der ürsprünglich Treffpunkt der alternativen Szene war, bereits seit über 2 Jahren Nazis auf den Konzerten duldet. Es ist daher auch verständlich dass diese Location seither von der alternativen Szene zunehmend gemieden wird. Außerdem ist bekannt, dass ein Gitarrist von „Force Open“ ein Konzert der ebenfalls umstrittenen Hooligan-Band „Kategorie C“ besuchte. Und auch die Tatsache, dass bei „Only Attitude Counts“ ein Migrant in die Seiten haut ist in diesem Zusammenhang nicht weiter verwunderlich, dient er doch der „J-Town-Crew“ als Argumentationsvorlage, dass „die“ ja „eigentlich gar nicht so sind“!

SO WHAT? ONLY ATTITUDE COUNTS?

LET´S FIGHT WHITE PRIDE!!!

KonzertbesucherInnen des Abends.

Erneut Nazikonzert in Annaberg-Buchholz?

Update: Mittlerweile soll auch die NSBM-Band „Permafrost“ und „Assfist“ mit auftreten.

Am Abend des 21. November soll wieder ein Konzert mit zwei rechten Musikgruppen im „Eventclub Gleis 3″ am Bahnhofsplatz 3a stattfinden.
Auftreten soll zum einen die Rechtsrockband „Eugenik“ , welche auch bei Black Metal Fans Anhänger_innen findet und die NSBM-Gruppe „Ahnenzorn“ aus dem Raum Zschopau. Diese schmückt ihre Myspace-Seite zum Beispiel mit einer sogenannten Schwarzen Sonne.1 Ihre (musikalischen) Einflüße bezieht „Ahnenzorn“ unter anderem aus dem „Geist unserer Ahnen, unsere Heimat,(…) RAC Bands!“ RAC englisch für „Rock gegen Kommunismus“.

„Gleis 3″ abschalten, Nazikonzerte verhindern!

  1. www.myspace.com/ahnenzorn_horde eingesehen am 14.11.2009 [zurück]

Weitere Informationen zum „Gleis 3″ und desen Veranstaltungen:

- Neonazi-Konzert in Annaberg-Buchholz

- Wieder Neo-Nazi-Konzert im „Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz

- Von NS-Verherrlichung, angebliche jüdische Weltverschwörung, Heidentum und der Blut-und-Boden Ideologie

It´s our part to remember and remind!

Den 71. Jahrestag der Reichspogromnacht haben wir zum Anlass genommen, die damaligen Geschehnisse in Annaberg und das aktuelle Gedenken dazu zu thematisieren und via Flyerverteilung darauf aufmerksam zu machen.

Vorab die Äußerung einer Bürgerin, die versehentlich zweimal einen Flyer bekommen hatte: „Sie sind doch von der Antifa, da bin ich ja nicht dafür. Wir feiern heute trotzdem.“

71 Jahre nach der Reichspogromnacht.

Vor 71 Jahren am 9. November 1938 wurden in Deutschland Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen überfallen, geplündert und zerstört. Ungefähr 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. In den Tagen der Novemberpogrome mussten über 400 Jüdinnen und Juden ihr Leben lassen. Der Nazi-Terror demütigte, missbrauchte und ermordete Millionen Jüdinnen und Juden, bis zu seiner Zerschlagung von außen.

Diese Pogrome vom 9. November 1938, die wir als Beginn der systematischen und rationalen Vernichtung der jüdischen Minderheit sehen, waren nicht nur das Werk vereinzelter Nazis. Ohne die aktive Beteiligung, Zustimmung, das Wegsehen oder/und Schweigen der Deutschen und ihrer europäischen Kollaborateure, wäre die Shoah nicht möglich gewesen.

9. November 1938 in Annaberg/B.

Verwüstete und in Brand gesetzte Geschäfte waren während der Pogromnacht 1938 in Annaberg die Folge. Die Synagoge auf der Buchholzer Straße wurde ebenfalls verwüstet und noch 1945 vor Kriegsende abgerissen.
Einzelne jüdische Familien Annabergs, wie die Cohns, wurden direkt von der Gestapo verhört und verhaftet. Der jüdische Zahnarzt Kaplan wurde in das KZ Buchenwald verschleppt. Der Friedhof der Israelitischen Religionsvereinigung zu Annaberg wurde geschändet und die dazu gehörige Feierhalle noch in der selben Nacht gesprengt. 1940 wurde der Friedhof dann endgültig eingeebnet.

Das jüdische Leben der Stadt Annaberg wurde wie in vielen anderen Ortschaften auch durch den Nationalsozialismus weitestgehend ausgelöscht. Schon 1933 rief der damalige Oberbürgermeister Dietze zu Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte auf. Der antijüdische und antisemitische Terror wurde solang weitergeführt bis die letzten Jüd_innen Annabergs deportiert waren. Zivilgesellschaftliche Engagement dagegen gab es im NS hier kaum, es war eher speziell antisemitisch, wenn die Deutschen sich engagierten.

Von wenig historischer Sensibilität zeugt der Fakt, dass sich der Naziladen „Phoenix“ heute seit mehr als 10 Jahren im selben Gebäude auf dem Schulberg 3 befindet, wo 1897 der erste Beetsaal der Israelitischen Religionsvereinigung zu Annaberg eingerichtet wurde. Auch hier gibt es kein wahrnehmbares zivilgesellschaftliches Engagement dagegen. Der Laden steht weiterhin in der Veralltäglichung für seine Kundschaft offen.

Der „Schicksalstag der Deutschen“

Der 9. November steht u. a. auch für Novemberrevolution, Hitler-Ludendorff-Putsch oder Mauerfall, letzteres aufgrund seines 20. Jahrestages brandaktuell im deutschen Gedenkdiskurs. Im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung war der 9. November 1989 zeitweilig auch als neuer Nationalfeiertag des (wieder)vereinigten Deutschlands in der Diskussion. Doch die Reichspogromnacht findet im derzeitigen Jubelrausch rund um den 9. November kaum Platz.
Ausgelassen wird das, was nicht zur Versöhnung passt. Eine kritische Reflektion Annaberger und Deutscher Beteiligung im NS muss somit ausbleiben, entfiele damit dann doch die Möglichkeit sich weiterhin positiv auf diese und die heutige Bevölkerung zu beziehen. Jedoch muss „Eine deutsche Nation, die im Jubelrausch eines der einschneidendsten Ereignisse der deutschen Geschichte, die Reichspogromnacht, an den Rand schiebt und praktisch zur Marginalie macht,(…)kritisiert werden…“!1

Fazit:Mitdenken statt mitjubeln! Für den kritischen Umgang mit deutscher Geschichte, denn dieser Frieden kotzt uns an.

In Erinnerung und Gedenken an Katzmann Inge, Katzmann Daniel, Katzmann Hilde, Richter Annie, Karger Ernst, Karger Ruth, Pick Lotte geb. Tuerk, Herzstein Erna geb. Jacoby, Neumark Paul, Cohn Bernd, Cohn Ruth, Gratz Lotte geb. Rosenbaum, Büchler Fritz, Büchler Hanna, Brandl Mathilde geb. Schidorsyk, Fröhlich Sara geb. Weissbach, Nathansohn Hans, Lange Samuel, Jost Herta, Meseritz Olga geb. Chanange, Neumark Kurt, Ruschin Elsa geb. Besser, Salinger Milda, Sielmann Paula, Aschner Bertha, Chanange Heinrich, Fischer Josef, Nordon Max, Nordon Lotte, Rosenstein Isaak, Rosenstein Hedwig Helene, Rosenstein Anni Charlotte, Kaplan Heinrich, Stern Walter, Stern Judith, Heide Siegfried, Werner Felix, Werner Betty geb. Heide und Rothschild geb. Heide und denen deren Schicksal ungeklärt ist.

Autonomen Antifa Westerzgebirge November 2009

  1. aus „Deutschland lieben“ der »Initiative Gegen Jeden Extremismusbegriff« (Inex) [zurück]

Deutschland lieben

Die Nation im Sinne des Standortnationalismus zu analysieren, ist nicht falsch, aber eine Reduktion. Das Treiben des Mobs geht jenseits der Kapitalakkumulation vonstatten. Auch der Nationalsozialismus lässt sich nicht damit erklären, dass hier die in der ökonomischen Konkurrenz vereinzelten Individuen nach kollektiver Identifikation strebten. Eine Kritik des Antinationalismus.

von »Initiative Gegen Jeden Extremismusbegriff« (Inex)

Der Zukunft entgegen

Das »Supergedenkjahr« 2009 befindet sich auf dem Höhepunkt: 60 Jahre BRD und 20 Jahre Ende der DDR sind zu feiern. Zahllose fröhliche Veranstaltungen nationalistischer Provenienz finden hierzulande statt und provozieren den Widerspruch der hiesigen Linken.

Die Abwehr des nationalistischen Taumels ist dabei common sense, und doch tun sich Differenzen darüber auf, wie dieser Taumel zu interpretieren ist. Das Bündnis »Um’s Ganze« sieht hierin die Mobilisierung des Staatsvolks zur Identifikation mit der Nation und zur Sicherung des »Standorts Deutschland« in der globalen Weltmarktkonkurrenz. Den Kern sieht es demgemäß im Nationalismus als Standortlogik. In diesem Sinne organisierte das Bündnis eine antinationale Kampagne zu den »Wendefeierlichkeiten 2009« unter dem Motto »Staat. Nation. Kapital. Scheiße!« – mit größeren Demonstrationen am 23. Mai und 7. November 2009 in Berlin – und veröffentlichte jüngst eine Broschüre mit dem Titel »Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit. Zur Kritik des kapitalistischen Normalvollzugs«.

In Leipzig wiederum formierte sich ein Bündnis aus mehreren Leipziger Gruppen (inkl. Inex), um ebenfalls eine Kampagne zu den »Wendefeierlichkeiten 2009« zu lancieren, die unter dem Titel »Still not lovin’ Germany« läuft. Im Zen­trum dieser Kampagne stehen die deutsche Mythenbildung und ihre Repräsentation im Jahre 2009. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Aufrufs des Leipziger Bündnisses kritisierte die Berliner Gruppe TOP (»Um’s Ganze«) dessen vermeintliche Ausrichtung auf bloße Phänomene des deutschen Nationalismus. In einer Mail an den AK 2009 heißt es: »Gerade hierdurch besteht die Gefahr, dass sich eine ausschließliche Kritik am deutschen Nationalismus und seinen Widerlichkeiten in kons­truktive Kritik für die deutsche Nation verwandelt. Letztlich legt der Text die Forderung nach einem aufgeklärten liberalen Deutschland nahe.«

Weder unterstützt das Bündnis »Um’s Ganze« den Leipziger Aufruf noch hat Inex den Kampagnenaufruf von »Um’s Ganze« unterstützt. Beides waren Entscheidungen mit Gründen. Im Folgenden wollen wir die begonnene Diskussion aufgreifen und forcieren. Wir verteidigen den Leipziger Aufruf gegen die Kritik von TOP und kritisieren die »Um’s-Ganze«-Kampagne, vor allem den Antinationalismus, wie er von der Gruppe TOP und dem Bündnis »Um’s Ganze« formuliert wird und in der hiesigen Linken immer weiter um sich greift. (mehr…)