Archiv für Februar 2010

5. März Chemnitz – Wer nicht feiert hat verloren!

Weitere Infos – AAK Chemnitz

„Fahrtwind“

Hat es doch der Westerzgebirgische Nazipöbel und Konsorten tatsächlich geschafft gleich 2 Busse vom „Reisedienst Grunert“ aus Thermalbad Wiesenbad mit rechten Dumpfbacken voll zu stopfen und sich nach Dresden zur volksgemeinschaftlichen Zusammenkunft der Deutschen fahren zu lassen. Um für den Naziopa und die Nazioma zu „trauern“ versteht sich. Doch anstatt zum Neustädter Bahnhof (der offizielle Nazitreffpunkt) zu fahren, wurde einer der beiden Busse quer durch die Dresdner Neustadt geschickt. Schuld daran sei die Polizei gewesen: „..dann hat uns aber de Bollizei falsch gelaitet…“.*
So kam es dann auch, dass dieser von Antifas angegriffen und teilweise entglast wurde. (Reise-)Führer und temporärer Pressesprecher Dennis Neubert, aus Großrückerswalde, im weiteren dann zu einem Reporter von Spiegel TV: „Wir wullten eigentlich bei dehm Drauermarsch mihtmachn…“.* Später beschwert sich der NPD Gemeinderat über die Polizei, die angeblich die Nasen „natürlich genau hier hinten in so `nen Pulk Schwarzer reingejacht“* haben soll. Im ausgebremsten Nazihäuflein war auch Markus Szallies, Inhaber des Annaberger Naziladen Phönix.

Im zweiten Reisebus befanden sich ebenfalls german Bockwürste, die dem Label „Nationale Sozialisten Erzgebirge“ zuzurechnen sind. So saß laut ARTe der Jungnazi Mike F. aus Oelsnitz/E. ganz vorn im Bus. Auch Mathias „last man standing“ Seifert REP-Gemeinderat aus Burkhardsdorf kam mit seiner hässlichen für Fliesenleger wohl typischen Mütze zu Wort. Er gab nicht nur dem „Finanzkapital“ die Schuld am 2. Weltkrieg sondern relativierte auch die Shoah gleich mit.


blaue Mütze: Christian W. aus Lugau ebenfalls dem Label „Nationale Sozialisten Erzgebirge“ zuzurechnen als Ordner


mit Brille: Markus M.aus Erlbach Kirchberg ebenfalls dem Label „Nationale Sozialisten Erzgebirge“ zuzurechnen als Ordner


links mit Brille: Stefan Hartung aus Bad Schlema NPD Kreis -und Gemeinderat sowie Stützpunktleiter der lokalen JN

rechts mit bunter Mütze: Rico Hentschel aus Annaberg-B. NPD Kreis -und Stadtrat


mit Brille: Timo Mohr NPD-Kandidat zu den Kreistagswahlen vom 8.Juni 2008


blau schwarze Kapuzen: Dennis S. „dor Abschiebemann“ aus Annaberg-B.


Bildmitte: Mathias „last man standing“ Seifert aus Burkhardsdorf REP-Gemeinderat

Die Heimreise der erzgebirgischen Sauerkrautfresser gestaltete sich wohl recht schwierig, denn mit kaputten Scheiben durfte der Bus so nicht zurück fahren. Doppelt gut wenn dann auch noch Björn Eichhorn im „Gleis 3“ weniger zahlende Stammgäste hatte. Der kaputte Bus vom „Reisedienst Grunert“, welcher in Annaberg-Buchholz auch im öffentlichen Nahverkehr fährt, kam dort erst Mittwoch Nachmittag an.

Dummheit muss bestraft werden! Wir sehen euch beim nächsten kleinen Stalingrad.

Trotz realitätsverzerrenden und kritikwürdigen Äußerungen seitens der Sender,
hier die Videos dazu:

BBC

Spiegel TV

Bildquelle: http://recherche-ost.com

*Wir haben spaßeshalber versucht den erzgebirgischen Dialekt von Neubert im Original wiederzugeben.

Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!

Positionspapier der Initiative gegen jeden Extremismusbegriff


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Aufruf zur kollektiven Verweigerung politischen Unsinns

Die Ankündigung des Bundesfamilienministeriums, zwei Millionen Euro für Projekte gegen Linksextremismus und Islamismus bereit zu stellen, signalisiert, dass die gegenwärtige Bundesregierung stärker als ihre VorgängerInnen dazu bereit ist, den Extremismusansatz auch in der Förderpolitik umzusetzen. Angesichts der Beteuerung, mit 24 Millionen Euro an der Finanzierung von Programmen gegen »Rechtsextremismus« festzuhalten, wirkt die Höhe der zusätzlichen Mittel eher symbolisch. Doch dies sollte nicht über den Kontext der Maßnahme hinwegtäuschen: Wie in der Bundespolitik, so lässt sich auch auf Landesebene, sei es in Berlin, Hamburg oder Sachsen, eine Verschärfung des staatlichen Antiextremismus feststellen. In diesem Zusammenhang werden nicht nur die Gefahren eines angeblichen Linksextremismus beschworen, sondern ganz konkret die Spielräume politischen Handelns eingeschränkt. Zwar regt sich bei Teilen der Zivilgesellschaft Protest gegen die befürchtete Veränderung staatlicher Förderprogramme gegen Rechts. Doch dieser Protest drückt sich einmal mehr um eine konsequente Kritik am Extremismusbegriff herum. Stattdessen reproduziert er dessen Logik und nimmt die daraus resultierenden politischen Konsequenzen billigend in Kauf. Wir fordern deshalb mit diesem Aufruf alle AkteurInnen der Zivilgesellschaft dazu auf, sich endlich analytisch und praktisch vom Extremismusansatz zu verabschieden. (mehr…)

Alerta Nazidemo in Aue!

Am Samstag den 20. Februar soll es in Aue eine Spontandemonstration geben. „…Demonstrationsrecht selbstständig wahrzunehmen und wenn nötig zu erkämpfen. Nämlich dort wo schon vor knapp 90 Jahren alles begann mit Stoßtrupps: nämlich auf der Strasse! Wir wissen das die Zeiten für uns nicht leichter werden, deswegen müssen wir eben härter werden.“ heißt es in einem Aufruf im Internet. Grund dafür sind wohl auch die verhinderten Nazidemos in Dresden und Leipzig. Weiter heißt es im rechten Aufruf: „Lasst uns alle gemeinsam radikal auf die Strasse gehen und diesem korrupten System die geballte Faust zeigen. Momentan gibt es noch keine offizielle Bestätigung von den zwei durch Antifabanden ermordeten Kameraden, sollte sich auch diese Meldung bestätigen werden wir zugleich den Opfern des roten Terrors trauern und die Wut in Widerstand umwandeln.“ Mobilisiert wird wohl im Dunstkreis der „Freien Kräfte“ bzw. der „Nationalen Sozialisten“, die vor allem dem militanten „Freien Netz“ oder dessen Umfeld zu zuordnen sind.

Also auf geht’s ab geht’s Naziaufmärsche stoppen!

Achtet auf aktuelle Ankündigungen.

Im Palmach

Der jüdisch-österreichische Journalist Karl Pfeifer, Überlebender des Holocaust, kämpfte 1948 im Negev für die Unabhängigkeit des Staates Israel. Heute hält er Vorträge zum Thema Rechtsextremismus und Antisemitismus. Wir haben ihn gebeten, seine Erinnerungen an die Zeit der Staatsgründung aufzuschreiben.

von Karl Pfeifer

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Und alle gegen Nazis!

Der Trauermarsch der JLO, der größte Aufmarsch von Nazis europaweit, wurde verhindert. Anteil daran hatte nicht die von Dresdens Oberbürgermeisterin initiierte Menschenkette, wie zum Teil in Medien zu lesen ist, sondern die breite Mobilisierung der Bündnisse „Dresden Nazifrei“ und „no pasaran“. Wenn Antifaschist_innen nun „Dresden“ abfeiern und zur „Siegesdemo“ strömen, wenn Dresden als „Bollwerk gegen Rechts“ bezeichnet wird, dann ist es höchste Zeit für Kritik.

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Das Tränenmeer trocken legen – Kritik am Chemnitzer Totenkult

Die Bom­bar­die­rung deut­scher Städ­te durch die al­li­ier­ten Flug­ver­bän­de ist jedes Jahr aufs Neue eine dra­ma­ti­sche Be­ge­ben­heit. Vie­ler­orts wer­den der­ar­ti­ge Ju­bi­lä­en auf un­ter­schied­li­che Art und Weise be­gan­gen. Auch Chem­nitz ist seit vie­len Jah­ren damit be­schäf­tigt die emo­tio­na­li­sier­te Er­in­ne­rung an den An­griff auf die Stadt im Ge­wand ver­schie­de­ner po­li­ti­scher und kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tun­gen zu ze­le­brie­ren. Im Fokus ste­hen hier wie auch an­dern­orts vor allem die ei­ge­ne Be­trof­fen­heit und das „un­sag­ba­re Leid“1, wel­ches mit dem An­griff schein­bar über die Be­völ­ke­rung der Stadt her­ein brach.
Der dar­aus er­wach­sen­de An­spruch, be­zo­gen auf die Opfer – „wür­dig“ zu Ge­den­ken – ver­bin­det sich mit dem Wunsch, sich an die­sem Tag für den Frie­den in der Welt stark zu ma­chen und wird mit al­ler­lei (welt-)an­schau­li­chem Ha­bi­tus ver­deut­licht. Lei­der glän­zen die Ak­teur/innen dabei nicht un­be­dingt mit der in­halt­lich kor­rek­ten Ver­mitt­lung his­to­ri­scher Ge­ge­ben­hei­ten.
Frei nach dem Motto: „Wer Wert auf den his­to­ri­schen Kon­text legt, kann sich ja damit aus­ein­an­der­set­zen“ kann in Chem­nitz fast jede/r das je­wei­li­ge Ver­ständ­nis von Krieg, Frie­den, Volk und Leid bzw. die ei­gens kon­stru­ier­te „rich­ti­ge“ Per­spek­ti­ve auf die Tat­sa­chen in der Ver­gan­gen­heit sowie der heu­ti­gen Welt­po­li­tik zu Schau stel­len. Da wir uns nicht als in­te­gra­len Be­stand­teil sol­cher Ver­an­stal­tun­gen be­grei­fen und eben­so wenig die Rolle des „schlech­ten Ge­wis­sens der Ge­schich­te“ spie­len wol­len, set­zen wir die Kri­tik dort an, wo sie im All­ge­mei­nen be­gin­nen soll­te: In­ner­halb der mehr­heits­fä­hi­gen Be­völ­ke­rungs­grup­pen.
Daher folgt an die­ser Stel­le ein kri­ti­scher Bei­trag zu einem stark emo­tio­na­li­sier­ten Thema, von dem in­nigst er­wünscht wird, es mit der sel­ben ge­fühls­du­se­li­gen Fär­bung frei von kri­ti­scher Be­trach­tung auch of­fi­zi­ell be­ge­hen zu kön­nen. Die Dis­kus­si­on auf die­ser wenig sach­li­chen Ebene zu füh­ren, ist je­doch ab­so­lut nicht unser An­lie­gen. 65 Jahre nach Kriegs­en­de ist es für uns wei­ter­hin wich­tig wider ein ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­sches Ge­schichts­bild und einen ver­bräm­ten Bezug auf eine ge­läu­ter­te Na­ti­on an­zu­ste­hen und uns damit der Ver­keh­rung der Ge­schich­te zu wi­der­set­zen.
Es ist wie­der deut­sche Nor­ma­li­tät, in der Öf­fent­lich­keit auf die „ei­ge­nen Ver­lus­te“2 im Krieg hin­zu­wei­sen und damit gleich­zei­tig für sich in An­spruch zu neh­men, diese eben­falls in aller Öf­fent­lich­keit be­trau­ern zu dür­fen. Sol­ches Ver­hal­ten ent­zieht sich in ver­schie­de­nen Di­men­sio­nen nicht nur jeder his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung, son­dern ver­kennt auch die spe­zi­fisch deut­schen Ver­bre­chen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und des II. Welt­krie­ges. (mehr…)

Chemnitz Hbf|5.3.|16:00| Das Tränenmeer trocken legen – Wider den Chemnitzer Totenkult!

De­mons­tra­ti­on am 05.​03.​2010. Start: 16 Uhr Chem­nit­zer Haupt­bahn­hof. Ein aus­führ­li­cher Text zur Kri­tik am Ge­den­ken folgt in Kürze.

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Am 5. März mar­schie­ren viele Chem­nit­zer_in­nen zum kol­lek­ti­ven Trau­ern auf. Ob nun bür­ger­li­cher Frie­dens­tag oder die Na­zi-​De­mons­tra­ti­on unter dem Motto „Die Opfer waren un­se­re Fa­mi­li­en“, es ver­ei­nen sich beide unter dem Deck­man­tel der Trau­er um die Deut­schen Opfer des Bom­ben­an­grif­fes der Al­li­ier­ten auf Chem­nitz.

Fragt sich nur: Wel­che Deut­schen Opfer? Chem­nit­zer Bür­ger_in­nen nah­men aktiv am Na­tio­nal­so­zia­lis­mus teil oder hat­ten nur ein sehr ge­rin­ges Be­dürf­nis, den sel­bi­gen wie­der los­zu­wer­den. So be­schreibt ein Au­gen­zeu­ge, wie ein grö­len­der Men­schen­auf­lauf an den Po­gro­men vom No­vem­ber 1938 teil­nahm. Noch bes­ser be­sucht war 1944 die all­ge­mei­ne Ver­ei­di­gung zum Volks­sturm, dem meh­re­re 10.​000 Men­schen bei­wohn­ten.

Mit einer De­mons­tra­ti­on möch­ten wir un­se­re Kri­tik an einem Ge­den­ken aus­drü­cken, wel­ches die Rolle der bom­bar­dier­ten Chem­nit­zer Be­völ­ke­rung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus auf eine Op­fer­rol­le re­du­ziert. Ge­nau­so wol­len wir uns gegen frie­dens­be­weg­te Grup­pen po­si­tio­nie­ren, die schein­bar nur Frie­den for­dern, weil es mit der deut­schen Welt­herr­schaft nicht ge­klappt hat.
Wer mit der Ge­schich­te ab­schlie­ßen möch­te, kann keine Lehre aus ihr zie­hen und fin­det sich im Schul­ter­schluss zu be­ken­nen­den Ge­schichts­re­vi­sio­nis­t_in­nen wie­der. Die­ses Ver­hal­ten ent­zieht sich auf meh­re­ren Wegen jeder his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung und An­er­ken­nung der deut­schen Schuld am Zwei­ten Welt­krieg und dem Ho­lo­caust.

Gegen Nazis und Ge­schichts­re­vi­sio­nis­t_in­nen.
Deut­sche Tä­ter_in­nen sind keine Opfer!

mehr Infos: Antifa Chemnitz

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