Da beim größten sächsischen Volks(gemeinschafts)fest, dem „Tag der Sachsen“ zwischen dem 3. und 5. September die wohl widerlichsten und am offensten auftretenden VertreterInnen deutscher Ideologie/ideologischer Fragmente nicht fehlen dürfen, wird es einen „großen Infostand“ der NPD in Oelsnitz/E. geben. Das Konstrukt Volksgemeinschaft funktioniert seit je her auch ohne die Nazis der NPD, die ihren braunen Dreck verteilen. Erinnert sei hier an die Hetzjagd von etwa 50 deutschen Jugendlichen auf acht Inder im August 2007 in Mügeln. Aktuelle Beispiele sind desweiteren die zwei fremdenfeindlich motivierten Brandanschläge auf Döner-Restaurants in Freiberg, Brandanschläge auf Autos in Döbeln, der Angriff von Fußballhools am 14.08.2010 auf das alternative Projekt „Reba 84″ in Chemnitz sowie zwei Aufeinanderfolgende Anschläge auf das linke Hausprojekt „Praxis“ in Dresden in der Woche danach. Hier gab es erst Steinwürfe von einer Gruppe Jungnazis, gefolgt von einem Brandanschlag zwei Nächte später. Ein Überfall auf alternative Jugendliche von circa 30 Nazis in Merrane letztes Wochenende. Oder noch ein weiterer Brandanschlag auf ein anderes linkes Wohnprojekt in Dresden. Der Tod von Menschen wurde hier von den TäterInnen billigend in Kauf genommen.
Somit sollte nicht nur der/die NPD-VertreterInnen samt Infostand als antiemanzipatorisch wahrgenommen werden, sondern auch die gesamte postfaschistische Gesellschaft, die sich selbst feiert, mit Bratwurst, Bier und Volksfest. Ob Aufkleber, Plakate, Schmierereien, Transparente, Übergriffe oder Spontandemo von circa 50 Nazis im November 2009, Oelsnitz/E. hat nicht nur ein Naziproblem, diese Stadt ist ein Problem. Dabei ist uns das Image dieser Stadt scheißegal. Denn Sie bekommt die Nazis die sie verdient hat. Kritik kann hier nur destruktiv sein.
Autonome Antifa Westerzgebirge August 2010