Archiv für Dezember 2011

NPD-Abgeordneter Petzold verstorben – Leipziger Parteibüro vor dem Aus

Von gamma | Veröffentlicht am: 23/12/2011

Im Alter von 68 Jahren ist der NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold (Mutzschen bei Grimma) gestern verstorben. Nach GAMMA-Informationen war der Neonazi an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Seit mehreren Wochen weilte Petzold zur Behandlung in einer westdeutschen Klinik und nahm nicht mehr an Landtags- und Ausschußsitzungen teil. Zuletzt veröffentlichte Statements des Abgeordneten stammten nicht aus seiner Feder. Bereits im November hatte die antifaschistische Kampagne “Fence Off” auf Petzolds letale Erkrankung hingewiesen.

Nachfolger steht schon fest

Mit Petzold verliert die sächsische NPD-Landtagsfraktion einen ihrer acht Abgeordneten. Er wird vermutlich im Nachrückverfahren ersetzt werden durch Mario Löffler (KV Erzgebirge), dem zur Landtagswahl 2009 der nächstfolgende Listenplatz zugeteilt worden war. Löffler, bislang neben Maik Scheffler (KV Nordsachsen) und Helmut Herrmann (KV Leipzig) stellvertretender Landeschef, ist außerdem designierter Nachfolger Holger Apfels als Vorsitzender der Sachsen-NPD. Weiterlesen.

Terroreinsatz im Weihnachtsland

Mitten im Advent haben die Ermittler im erzgebirgischen Johanngeorgenstadt den vierten mutmaßlichen Helfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ festgenommen.

Quelle: Sächsische Zeitung (12.12.2011)

Aufruf – Feuer frei!

2012 – Fliegen bis Dresden Geschichte ist!
Gemeinsamer Aufruf der Bündnisse
Dresden Häuserfrei und X-tausendmal leer

1945 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größte Barockausstellung durch Flächenbombardements zu beenden. Grundlage unseres Erfolges war die Länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Luftwaffen der beteiligten Staaten sowie einigen anderen Organisationen und Einzelpersonen. Mit unserer klaren Ankündigung, die größte Barockausstellung der Welt zu beenden, haben wir gemeinsam den Raum des symbolischen Protestes verlassen. Die Entschlossenheit tausender Piloten, sich mit den Mitteln des militärischen Gehorsams der schnöden Barockbauten zu entledigen, hat die Operation zu einem Erfolg werden lassen.

Für 2012 hat die Stadt Dresden angekündigt, mehrere Veranstaltungen zum Jahrestag der allierten Luftangriffe auf Dresden durchzuführen. Seit Jahren versucht Dresden die eigene Bombardierung für die Zwecke der Stadt zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Stadt Dresden die Geschichte verdreht und die eigentlichen Helden, die Piloten der allierten Streitkräfte, verhöhnt werden.

Wir sind uns bewusst, dass sich Dresden seine „Prachtbauten“ nicht einfach nehmen lassen wird. Deshalb werden wir uns 2012 wieder durch Aktionen des militärischen Gehorsams mit Flächenbombardements auf uns aufmerksam machen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei eine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, Dresden wieder zu enturbanisieren, seiner Prachtgebäude zu entreissen und damit auch ein klares Zeichen gegen Gentrifizierung zu setzen.

Wir werden uns weiterhin bei Versuchen der Gegenwehr solidarisch zueinander verhalten. Wir stellen uns gegen jeden Versuch, Flächenbombardements als „extremistisch“ zu bezeichnen.
2012 werden wir Dresden gemeinsam bombardieren – bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Dresden! Feuer frei!

Weitere Informationen gibt`s hier.

Zwickau is in Germany

erschienen in Jungle World 49/2011

Das Bundesland Sachsen gilt als Hochburg des organisierten Neonazismus. Die Unterzeichner des »Zwickauer Appells« sorgen sich vor allem um Sachsens Image.

von Michael Bergmann

Mit der Explosion einer Wohnung im Zwi­ckau­er Stadt­teil Wei­ßen­born begann am 4. November die Aufregung. Das Ereignis machte in der westsächsischen Stadt schnell die Runde, Hunderte Schaulustige fanden sich an diesem Tag hinter den Absperrungen der Polizei ein, um einen Blick auf das zerstörte Haus zu werfen. Seitdem bekannt wurde, dass die Explosion im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Selbstmord zweier Neonazis und ihrem terroristischen Treiben steht, gibt es nur noch dieses eine Thema in der Stadt. Die Rede von der »Zwickauer Zelle« oder dem »Zwickauer Trio«, das jahrelang mordend durch die Republik zog, ist auch in den deutschen Medien allgegenwärtig.

Wer Idylle sucht, findet sie: Zwickau im November (Foto: PA/Arbo Burgi)
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