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Chronik rechter Aktivitäten aktualisiert.

Wir haben unsere Chronik bis Ende September diesen Jahres überarbeitet. Bis jetzt ist ein starker Anstieg von Naziaktivitäten zu verzeichnen. Gab es im Vorjahreszeitraum rund 40 sogenannte „politisch motivierte Gewalt rechts“ Einträge, sind es 2011 schon fast 60. Während in Lugau und Oelsnitz/E. Propagandaaktionen, wie das Verkleben von Nazistickern, rückläufig sind, scheint vor allem in Aue die Naziszene recht agil zu sein. Fragwürdig ist ebenfalls wie das „Freie Netz Erzgebirge“ Ende August, ungestört ihre Wehrsportübung, verharmlosend bezeichnet als „Geländespiel“ durchführen konnte.

Die Chronik stellt wie immer keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nicht alle rechtsmotivierten Taten werden entdeckt und nicht alle Betroffenen melden diese oder zeigen diese an. So gehen wir von einer deutlich höheren Anzahl an nicht dokumentierten rechten Aktivitäten aus.

Naziaktivitäten melden!

Zwischen Aktionismus, Aversion und Autonomie

Die außerparlamentarische Rechte im Westerzgebirge

Die sächsische NPD hat für den 20. November dieses Jahres im westerzgebirgischen Bad Schlema wegen Räumlichkeiten
für ihren geplanten Landesparteitag angefragt. Eine enge Zusammenarbeit kommunaler NPD-Abgeordneter mit den
»Freien Kräften« vor Ort würde die logistische und organisatorische Vorbereitung ermöglichen.

Von Ronja Walter Dieser Artikel erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe des Der Rechte Rand Nr.127.

Das »Aktionsbündnis Erzgebirge« (AB) dient als Vernetzungsstruktur und Plattform für NPD und »Freie Kräfte«. Im Juni 2009 trat es erstmals online auf, zuvor noch unter dem Namen »Freies Netz Erzgebirge«. Das »Freie Netz Erzgebirge « war Bestandteil des sachsenweiten »Freien Netzes« (FN) unter Mike Scheffler, langjähriger Kader der »Kameradschaft Delitzsch« und Direktkandidat der NPD bei der Landtagswahl 2009. Eine enge Zusammenarbeit beziehungsweise Personalunion zwischen der NPD und den «Freien Kräften« wurde erstmals im Wahlkampf 2009 deutlich (s. DRR Nr. 116). Eine direkte Einbindung des AB bei dem Landesparteitag ist sehr wahrscheinlich, da der NPD-Stadtrat von Bad Schlema, JN-Stützpunktleiter und NPD-Pressesprecher des Kreisverbandes Erzgebirge Stefan Hartung (s. DRR Nr. 114) mit dem AB eng zusammenarbeitet. Zum AB kommt mit dem NPD-Stadtrat Jan Riemann aus Lößnitz ein weiteres Parteimitglied dazu. Die Zusammenarbeit ist nicht immer konfl iktfrei, gerade bei den Wahlen erhofft sich die NPD mehr Aktionismus der »Freien Kräfte«. Dennoch hält man an einer strömungsübergreifenden Zusammenarbeit mit den »Freien Kräften« fest. Wahrscheinlich über die Vernetzung des AB rekurriert die NPD auch auf die »Nationalen Sozialisten Erzgebirge« (NSE). Zum Jahresauftakt der sächsischen NPD am 23. Januar 2010 in Limbach-Oberfrohna reisten mindestens vier Personen der NSE zu dieser Veranstaltung an. Die Aktionen der NSE beziehungsweise des AB beschränken sich noch stark auf die regionalen Gegebenheiten und das Zusammenspiel mit der NPD. Im AB schließen sich NSE, einzelne Abgeordnete der regionalen NPD und Annaberger Kameradschaftsstrukturen zusammen.

»Nationale Sozialisten Erzgebirge«

Erstmals traten die NSE öffentlich 2008 auf mit einer Aufkleberaktion zum Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 und einer Kranzniederlegung an einem Ehrenmal am so genannten Volkstrauertag zum Gedenken an die »Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen beider Weltkriege«. Bisher besetzt durch die Volksparteien, dienen diese Gedenken der NSE zur Partizipation, wobei sie den Tag als Heldenfeier begeht, um an das Gedenken im Nationalsozialismus anzuknüpfen. Angefangen mit Propagandaaktionen wie Schmierereien, Aufkleberaktionen und Plakatierungen, steigen die teilweise gewaltbereiten Aktivisten aus Lugau und Umgebung allmählich auf in der Hierarchie der Freien Kräfte in Ostdeutschland. Inzwischen sind Mitglieder der NSE in die Ordnerstruktur auf rechten Großveranstaltungen wie dem »Fest der Völker« oder dem Trauermarsch am 13. Februar 2010 in Dresden eingebunden. Auch Schulungen mit Kadern aus der Region Hoyerswerda sollen in Lugau stattgefunden haben. Zudem nutzen die Aktivisten von Anfang an eine starke Anbindung zum regionalen »Freien Netz Chemnitz«. So wurden die NSE mehrmals im Aufmarschblock des »Freien Netz Chemnitz« und bei anderen Aktionen des militanten Netzwerkes gesichtet. Auch einzelne Führungskader des »Sturm 34« aus Mittweida wie Nico Tetzner, einer der Hauptangeklagten im »Sturm 34«-Prozess am Landgericht Dresden, zählen zum Dunstkreis der NSE. Registriert ist die Homepage der NSE jetzt auf Fabian Spanuth aus der Region Mittweida, der auch andere Naziwebsites, ehemalige FN-Seiten, betreut.

Annaberger Kameradschaftsstrukturen

Im Altkreis Annaberg-Buchholz und dessen näherer Umgebung besteht eine gut organisierte Kameradschaftsstruktur. Die Aktionen der Mitglieder begrenzen sich auf gemeinsame Besuche von Nazikonzerten, wie zum Beispiel des »Sons of Europe« in Ungarn (2008), des Hammerfests in Frankreich (2009) oder auch des »B & H Ian Stuart Donaldson Memorial Concert« in England (2009), oder die Teilnahme an internationalen Militärtreffen wie in Tschechien, den Besuch von Soldatenfriedhöfen u.a. in Ljubljana (Slowenien), Budaörs (Ungarn) und Costermano (Italien). Dabei bleiben die Kameraden weitestgehend unter sich, so auch bei »Events« innerhalb Deutschlands. Lokal traten Mitglieder der Kameradschaftsstruktur zum Kinostart von »Inglorious Basterds« und zu einem CDU-Schweigemarsch unter dem Motto »Gegen den Zeitgeist: Abtreibung ist Unrecht« auf, indem sie mit verbalen Provokationen und Transparenten, die eine rechte beziehungsweise NSverherrlichende Einstellung deutlich machten, störten. Ersteres dokumentierte der Annaberger NPD-Stadtrat Rico Hentschel mit Bildern auf der Internetseite des Kreisverbands. Auch der »Nationalistische[r] Stammtisch Gleis 3« (s. DRR Nr. 125) wurde von Personen der Kameradschaft aktiv mitgestaltet. Zu der Kameradschaft lässt sich auch Markus Szallies, der Betreiber des fest verankerten Naziladens »Phönix« hinzuzählen sowie die NPD-Stadt- und Gemeinderäte Timo Mohr, Dennis Neubert und David Schröer. Das »Phönix« fungiert dabei auch überregional als Anlaufpunkt und Koordinierungsstelle. Eine gute regionale Vernetzung der lokalen rechten Strukturen ist also durchaus gegeben. Dabei wirkt die Kameradschaft nicht gesellschaftlich integrativ, sondern eher subkulturell und verschlossen in ihrem eigenen Dunstkreis. Sie kann somit kaum über ihre eigene Struktur hinaus öffentlich wirken. Des Weiteren gibt es in Annaberg-Buchholz einen neuen, diesmal virtuellen Naziladen. Der »Sachsonia Versand« folgt nicht dem Trend in Codes und unterschwelligem Schick à la »Thor Steinar«, sondern bringt den rechten Inhalt eindeutig zum Ausdruck. Die Zielgruppe scheint hier der immer seltener werdende »Oldschool-Nazi« zu sein. Abschließend muss festgestellt werden, dass sich weder der Wirkungskreis noch die öffentliche Wahrnehmung durch die Gründung des AB bedeutend erhöht haben. Es dient, wie das FN, der Vernetzung der regionalen Neonaziszene und bietet für Unorganisierte einen Anlaufpunkt.

NAZILÄDEN WEG?

Update des Antifaschistischen RechercheTeam erzgebirge März 2010

UPDATE #2 15. APRIL 2010 Der Laden hat seit dieser Woche wieder geöffnet. Grund für den Räumungsverkauf waren wohl eher Renovierungsarbeiten im Geschäft.

UPDATE 3. APRIL 2010 SEIT ANFANG APRIL IST IM SCHAUFENSTER „AB HEUTE GESCHLOSSEN“ ZU LESEN.

AUE

Die Goethestraße eine Mischung aus Wohn -und Geschäftshäusern. Teilweise saniert und bunt oder eben nicht. Zu den tristen und grauen Fassaden zählt auch die mit der Hausnummer 18. Der äußere Schein lädt eher nicht zum Einkaufen ein. Doch näher betrachtet, erkennt mensch an den Auslagen wer hier einkaufen kann und für wen der Laden „Sonnentanz“ offen steht. Neben Naziklamotten verschiedenster Marken gibt es eine reichhaltige Auswahl an Rechtsrockbands und Produktionen verschiedenster Nazi-Labels sowie allerlei braunen Merchandise.

Doch aktuell scheint es so, als wären die Tage des „Sonnentanz“ gezählt. Die nach innen verrammelten Auslagen sind leer. An den Schaufenstern, die vereinzelt schon zu Bruch gingen, ist „Ausverkauf“ zu lesen. Andreas Schwach der Ladeninhaber, Sänger und Mitbegründer der Naziband „T.H.OR.“ aus Schneeberg trat zuletzt mit seiner Band am 13. Februar diesen Jahres im Annaberger „Gleis 3“ auf. Auch im letztem Jahr sorgte er mit T.H.O.R. für einen größeren Bekanntheitsgrad. Auf der sogenannten Schulhof-CD „Heimat ist auch Jugendsache“ ist die Band mit dem Lied „Wikinger“ vertreten.

Ob Ausverkauf oder heimlicher Umzug wir bleiben dran.

LUGAU

Die Hohensteiner Straße 17 „im blinden Winkel der öffentlichen Wahrnehmung“. Nach dem Antiquitätenhandel und Auktionsshop schwenkte Enrico Weissflog zum „Fashionstore Weissflog“ um. Neben Kleidung von „Lonsdale“ und „Everlast“ gibt es dort auch die Marke „Thor Steinar“. Er hat sich wohl ein lukratives Geschäft mit der Nazimarke vorgestellt. Nach der Beschädigung der Eingangstür und eines Schaufensters wurden die Scheiben Monate später ersetzt. Der Schaden dürfte Weissflog empfindlich getroffen haben, denn der erhoffte Gewinn durch den Verkauf von „Thor Steinar“-Klamotten bleibt aus. So ist seit mindestens Dezember 2009 ebenfalls vom Räumungsverkauf zu lesen. Für „Thor Steinar“ macht sein Laden weiterhin Werbung.

ANNABERG-BUCHHOLZ

Auch das „Full House“ in Annaberg-Buchholz auf der Straße der Einheit 4 scheint sich nicht mehr wirklich zu rentieren. Dort ist seit geraumer Zeit von „Räumungsverkauf“ zu lesen. Kaum zu glauben, aber wohl dennoch wahr: Zwei Naziläden sind in der großen Kreisstadt anscheinend einer zu viel. Der modebewussten Kundschaft wird zumindest die schwere Entscheidung erspart, ob sie sich im „Phönix“ oder im „Full House“ ihre neue „Brachial“-Kutte zulegen soll.

Siehe auch:

-„Sonnentanz“
-„Fashionstore Weissflog“
-„Phönix“ & „Fullhouse“

„Fahrtwind“

Hat es doch der Westerzgebirgische Nazipöbel und Konsorten tatsächlich geschafft gleich 2 Busse vom „Reisedienst Grunert“ aus Thermalbad Wiesenbad mit rechten Dumpfbacken voll zu stopfen und sich nach Dresden zur volksgemeinschaftlichen Zusammenkunft der Deutschen fahren zu lassen. Um für den Naziopa und die Nazioma zu „trauern“ versteht sich. Doch anstatt zum Neustädter Bahnhof (der offizielle Nazitreffpunkt) zu fahren, wurde einer der beiden Busse quer durch die Dresdner Neustadt geschickt. Schuld daran sei die Polizei gewesen: „..dann hat uns aber de Bollizei falsch gelaitet…“.*
So kam es dann auch, dass dieser von Antifas angegriffen und teilweise entglast wurde. (Reise-)Führer und temporärer Pressesprecher Dennis Neubert, aus Großrückerswalde, im weiteren dann zu einem Reporter von Spiegel TV: „Wir wullten eigentlich bei dehm Drauermarsch mihtmachn…“.* Später beschwert sich der NPD Gemeinderat über die Polizei, die angeblich die Nasen „natürlich genau hier hinten in so `nen Pulk Schwarzer reingejacht“* haben soll. Im ausgebremsten Nazihäuflein war auch Markus Szallies, Inhaber des Annaberger Naziladen Phönix.

Im zweiten Reisebus befanden sich ebenfalls german Bockwürste, die dem Label „Nationale Sozialisten Erzgebirge“ zuzurechnen sind. So saß laut ARTe der Jungnazi Mike F. aus Oelsnitz/E. ganz vorn im Bus. Auch Mathias „last man standing“ Seifert REP-Gemeinderat aus Burkhardsdorf kam mit seiner hässlichen für Fliesenleger wohl typischen Mütze zu Wort. Er gab nicht nur dem „Finanzkapital“ die Schuld am 2. Weltkrieg sondern relativierte auch die Shoah gleich mit.


blaue Mütze: Christian W. aus Lugau ebenfalls dem Label „Nationale Sozialisten Erzgebirge“ zuzurechnen als Ordner


mit Brille: Markus M.aus Erlbach Kirchberg ebenfalls dem Label „Nationale Sozialisten Erzgebirge“ zuzurechnen als Ordner


links mit Brille: Stefan Hartung aus Bad Schlema NPD Kreis -und Gemeinderat sowie Stützpunktleiter der lokalen JN

rechts mit bunter Mütze: Rico Hentschel aus Annaberg-B. NPD Kreis -und Stadtrat


mit Brille: Timo Mohr NPD-Kandidat zu den Kreistagswahlen vom 8.Juni 2008


blau schwarze Kapuzen: Dennis S. „dor Abschiebemann“ aus Annaberg-B.


Bildmitte: Mathias „last man standing“ Seifert aus Burkhardsdorf REP-Gemeinderat

Die Heimreise der erzgebirgischen Sauerkrautfresser gestaltete sich wohl recht schwierig, denn mit kaputten Scheiben durfte der Bus so nicht zurück fahren. Doppelt gut wenn dann auch noch Björn Eichhorn im „Gleis 3“ weniger zahlende Stammgäste hatte. Der kaputte Bus vom „Reisedienst Grunert“, welcher in Annaberg-Buchholz auch im öffentlichen Nahverkehr fährt, kam dort erst Mittwoch Nachmittag an.

Dummheit muss bestraft werden! Wir sehen euch beim nächsten kleinen Stalingrad.

Trotz realitätsverzerrenden und kritikwürdigen Äußerungen seitens der Sender,
hier die Videos dazu:

BBC

Spiegel TV

Bildquelle: http://recherche-ost.com

*Wir haben spaßeshalber versucht den erzgebirgischen Dialekt von Neubert im Original wiederzugeben.

Kurze Nachbereitung über den Landtagswahlkampf der Nazis im Westerzgebirge

Noch einmal

Trotz des Stimmenverlustes von 3,6 Prozent ist der NPD mit 5,6 Prozent der abgegebenen Stimmen der Einzug in den sächsischen Landtag wieder gelungen. Dass es der NPD noch nie gelungen war für eine zweite Legislaturperiode in ein Parlament einzuziehen, zeugt von einem historischen Ereignis. Der sich auf dem neunten Platz der NPD-Landesliste befindliche Mario Löffler ist durch das nicht eingetroffene, angestrebte Ergebnis von 10+x nicht in der Landtagsfraktion vertreten. Auch seine anderen vier Mitstreiter aus dem Westerzgebirge, die Direktkandidaten Rico Hentschel, Rico George, Ronny Reicher und Stefan Hartung konnten nicht einziehen. Es bleibt ihnen aber noch das Amt als Kreisrat und außer George, das als Stadt- bzw. Gemeinderat, erhalten.

Widerstand

Mit unzähligen Wahlplakaten und ganzen plakatierten Straßenzügen war die NPD optisch am stärksten vertreten. „(…)Werbung und Präsenz in allen Orten sind unerlässlich. Motto will heißen: Kein Weg führt an der NPD vorbei. (…) aus eigener Kraft in jeder Stadt, Gemeinde, dem kleinsten Nest in aller Munde sein.“ ließ Rico Hentschel verkünden. Geschafft haben sie es jedoch nicht! Viele Plakate wurden entfernt, zerstört oder „verschönert“. In Bärenstein mussten die Nazis ihre an den Oberleitungen angebrachten Wahlkampfpappen wieder abnehmen. Haben sie doch gerade in Bärenstein vergeblich versucht Stimmen zugewinnen. Eine „Bürgerwehr“ sollte her „ (…) für ein sichereres Leben und Arbeiten im Grenzgebiet zu Böhmen! (…)“. In einem Brief soll der Ortsvorsteher aus Bärenstein, Holger Apfel, mitgeteilt haben, dass er und seine Gemeinde eine „Bürgerwehr“ nicht wollen. Eine Ohrfeige für die NPD?


Tears from Krauts

Fast immer sind mit im (Nazi-)„Plakatiertrupp“ Mario Löffler und Ronny Reicher. Als diese in Schwarzenberg beim Aufhängen ihrer Wahlkampfpappen durch fünf Antifaschist_innen wohl gestört wurden, schickte Löffler Reicher mit den Worten „Ronny mach mal“ auf die Antifas los. Einer der beiden angreifenden Nazis ging mit einer Mistgabel auf die Antifas los. Diese konnten ihm mit Pfefferspray entgegentreten. Löffler soll sich indes auf der Ladefläche von Reichers Transporter verkrochen haben. 1
Auch die Infostände, die erst kurz vor dem Wahlsonntag präsent waren, wurden nur mäßig von Passant_innen besucht.


Nazigegenaktivitäten

In manchen Orten, darunter auch Lugau und Oelsnitz/E., wurden Wahlplakate anderer Parteien mit Naziaufkleber oder Rudolf Heß-Plakaten beklebt. Mit gesprühten Sprüchen, wie „Die Demokraten bringen uns den Volkstod!!! Deutsche, Wehrt euch dagegen!“ machten die „Freien Kräfte“ ebenfalls auf sich aufmerksam. Diese hier genannten Aktionen sind den „Nationalen Sozialisten Erzgebirge“ zuzuordnen. Nicht nur die Handschrift der Täter_innen spricht dafür. Auch Udo Pastörs beteiligte sich an der Störung des Wahlkampfes der Die Linke. In Oelsnitz/E. stellte er sich mit einem NPD-Plakat vor den Infostand der „Die Linke“ und versuchte somit diesen zu blockieren.

„Badetag“?

Am Freitag dem 28. August fand dann als Abschluss des Wahlkampfes eine Veranstaltung mit Holger Apfel und Frank Rennicke in Aue statt. Doch der Kreisverband hatte mit einer in „letzter Minute“ angekündigten Kundgebung auf dem Annaberger Markt geworben. Besucher_innen der NPD-Veranstaltung, welche nicht ins Wasser viel, sollen in der benachbarten Affalterer Jugendherberge gemeinsam übernachtet haben.
Außer von vereinzelten Plakaten der REP war vom Wahlkampf dieser rechten Partei nichts weiter wahrnehmbar.

Alles in allem kein Grund zum Feiern! Denn mit oder ohne NPD und anderen rechten Parteien bleiben Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Ungleichheitsideologien tief in der Gesellschaft verankert.

Autonome Antifa Westerzgebirge September 2009

  1. Gedächtnisprotokoll welches uns anonym zugesendet wurde[zurück]

Von NS-Verherrlichung, angebliche jüdische Weltverschwörung, Heidentum und der Blut-und-Boden Ideologie

ein Einblick in die lokale NSBM-Szene (dt. „nationalsozialistischer Black Metal“)

Nur „Das größte indoor Black Metal – Festival Deutschlands“?

Am 9. und 10. Oktober 2009 wird in Lichtenstein im „Uni“-Club erneut das „Fireblade Force Festival“ stattfinden .1 „Supported“ wird das Festival von der „P36 Cuba Bar“ und „W.T.C.-Productions“. Bei der „P36 Cuba Bar“ handelt es sich um eine mobile Cocktailbar aus Niedersachsen, die unter anderem auch beim „Thunders over Miriquidi Festival“ 2009 in Elterlein vor Ort war. „W.T.C.-Productions“ hingegen ist kein unbeschriebenes Blatt. Der Betreiber Sven Zimper ist Mitglied der rechtsradikalen NSBM-Bands „Absurd“ und „Luror“ und vertreibt in seinem Internetshop diverse Tonträger und Textilien rechter Neofolk- und NSBM-Bands wie beispielsweise „Satanic Warmaster“, „Impaled Nazarene“ oder „Fire&Ice“.

2007 und 2008 hatte zum Beispiel „Nachtfalke“ beim „Fireblade Force Festival“ im „Uni“-Club gespielt. „Nachtfalke“-Frontmann Tino Mothes bezeichnete in einem Interview vor einigen Jahren die Deutschen als „Herrenrasse“, seine Band bezeichnete er als „NS-Viking-Band“.
Als „Special guest“ trat die Band auf. Die Veranstalter dazu in einer Stellungnahme: „Also WIR (die Veranstalter) wissen, dass unser Special Guest in keinster Weise politische Inhalte in seiner Musik verwendet (…) Es handelt sich um keine NSBM-Band, soviel sei gesagt!“ 2 Im Jahr 2005 hatte „Nachtfalke“ einen Auftritt beim oben genannten „Thunders over Miriquidi Festival“.3

Erneut treten auch weiter Gruppen aus dem Spektrum des NSBM im Oktober auf.
So sind eben „Impaled Nazarene“ bekannt für homophobe und menschenverachtende Texte, zum Beispiel der des Songs „Zero Tolerance“ aus dem Jahr 2000 in dem es heißt: „Hört zu, ihr verdammten Schwuchteln, eure Zeit ist gekommen. Und wenn du eine Lesbe bist, hast du immer noch eine Fotze, die man vergewaltigen kann. Es ist unnatürlich!“
„Taake“ ereilte ein fragwürdiger Ruf als der Sänger der Band bei einem Konzert mit aufgemaltem Hakenkreuz auftrat und sich mit Hitlergrüßen feiern ließ.
Zu „Angantyr“ der Frontmann der dänischen Band gab zur Antwort,auf seine Zukunftsaussichten angesprochen, dass jeder sehen könne, wohin sich die Welt entwickle, “mit all den Juden-kontrollierten multirassischen multinationalen Firmen, die den letzten Tropfen reinen Blutes aus der Welt saugen”.
Die Gruppe „Eternity“ bezieht durch Veröffentlichungen und Zusammenarbeit mit den Labels „W.T.C. Productions“ und „Blut und Eisen Productions“ klare Stellung zu menschenverachtenden Ideologien. Des Weiteren wurde eine Split mit der NSBM-Band „Luror“ produziert.
Bei „Creature“ liegt ähnlicher Fall vor. So veröffentlichten sie ihre Alben „Ursprung“ und „Kreuzlaub“ beim rechten Label „Christhunt“ (Christenjagd).
Die Gruppe „No Empathy“ treten öfters mit neonazistischen Bands auf, zum Beispiel mit „Orlog“, „Truppensturm“ oder „Paria“. Sie scheinen keine Berührungsängste mit intoleranter und rechter Gesinnung zu besitzen und lassen auch gar nicht erst den Gedanken aufkommen, es handle sich dabei um unliebsame Ausnahmen.
Letzte Band des Festivals mit bekannten Verbindungen zur rechten Metalszene sind „Chaos Invocation“. Sie geben auf ihrer Myspace-Seite an sie hätten als Label „W.T.C. Productions“ und somit ist zumindest die Rechtsoffenheit der Gruppe Bestand.

Abschließend sei noch gesagt, dass jede der auf diesem Festival auftretenden Bands, sich einen rechten Ruf erspielt, da das Label „W.T.C. Productions“ und einige der Bands eben der NSBM-Szene angehören und dies auch bekannt ist.
Veranstalter dieser NSBM-Events ist Björn Eichhorn seine Firma “Mephistopheles Concerts/ Mephistopheles Productions” aus Zwönitz organisiert das Festival. 4

Kein „Eventclub“!

Außerdem gehört Eichhorn und einem gewissen Stev Lippold seit einiger Zeit das „Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz. Das wohl erste NS-Black Metal Konzert fand vermutlich am 23. Mai diesen Jahres statt.5 Die bekannte deutsche NSBM-Band „Absurd“ sollte neben weiteren aufgetreten sein. Hendrik Möbus, „Absurd“-Bandmitglied und Betreiber des Neonazi-Labels “Darker than Black”, hatte im “Myspace”-Gästebuch des “Gleis 3″ einen Konzertflyer für die Veranstaltung gepostet. Auch in der “Friends”-Liste des “Gleis 3″ ist Möbus mit seinem Label zu finden.6
Im Juni sollte ein Konzert mit der ukrainischen NSBM-Band „Kroda“ stattfinden7. Die neonazistischen Bands „Isolfur“ und „Sekhmet“ sollten ebenfalls auftreten. Antifaschist_innen in Polen verhinderten jedoch die geplante Tour von „Kroda“.

Am Freitag, dem 21.August 2009, fand erneut ein Konzert mit den Bands „Magog“, „Totenburg“ und „Leichenzug“ ungestört statt obwohl Polizei und Verfassungsschutz im Vorfeld informiert wurden.8 Konzertbesucher_innen, welche sich im Umfeld der Veranstaltung bewegten trugen unter anderem Shirts mit Schwarzer Sonne oder Bandaufdrucke wie „Weiße Wölfe“.9

So besteht die Band „Magog“ aus Mitgliedern und Sympathisanten der verbotenen Organisation „Skinheads Sächsische Schweiz“(SSS), des Weiteren spielen hier auch 2 Mitglieder der rechten Band „14 Nothelfer“ und ein ehemaliges Mitglied der Band „Kraftschlag“ mit. „Magog“ tritt immer wieder bei rechten Veranstaltungen auf, so wurde z.B. in Berlin ein Auftritt durch die „Weiße Arische Bruderschaft“ organisiert.
Ihre Tonträger wurden bei den rechten Labels „Hagal Records“ und „Christhunt Productions“ veröffentlicht.

„Leichenzug“ ist das Solo-Projekt des „Halgadom“ Sängers. „Halgadom“ selbst, ist auf der „Schulhof“-CD „Anpassung ist Feigheit“ mit vertreten und der Frontmann der Band ist Frank Krämer, Gründungsmitglied der Gruppe „Stahlgewitter“. Die Band machte auch mit diversen Aussagen in Interviews klare Stellung zu menschenverachtender Ideologie.
Das Album „Meisterwerk“ von „Leichenzug“ ist auf „Christhunt Productions“ erschienen und enthält 2 „Absurd“-Coverlieder.

Die Gruppe „Totenburg“ um Dennis Schoner, deren Sänger auch bei der Rechtsrock-Band „Eugenik“ tätig ist, veröffentlichte 1998 ihren ersten Tonträger. Sie bezeichnet sich selbst als „Thüringen Aryan Black Metal“. Ihren Musikstil bezeichnen sie selbst als „arisch geprägt (und) für die weiße Rasse produziert“. Zur NPD sollen sie gute Kontakte haben.

Das „Gleis 3“ ist also nicht nur der unschuldige „Eventclub“10 wie auf der Myspace-Seite des Lokals zu lesen ist. Vielmehr ist es Treff- und Keimpunkt der rechten(Black Metal) Szene in
Annaberg-Buchholz, und darüber hinaus. Eichhorns Taktik, welche berüchtigte NSBM-Bands als „Special guests“ ankündigt, scheint aufzugehen. Ungestört können so die Bands und Konzertbesucher_innen ihre „Events“ feiern.

Auf der Homepage von „Mephistopheles-Concerts“ wird auch Werbung für ein Konzert mit „Reign In Blood“, „Morrigan“ und „Skilfingar“ im befreundeten „Iron Eagle“ aus Lugau gemacht.11 „Reign In Blood“ „unterstützt (die) systematische Vernichtung christlichen Gedanken(gutes).“ In diesem fand am 12. Juni 2004 ein Nazikonzert mit 250 Besucher_innen statt. Des weitern hatte der Betreiber schon zuvor in einer anderen Lokalität NSBM-Konzerte mit mindestens einer tschechischen Band veranstaltet. Besucher berichteten damals von Hitlergrüßen und „Sieg-Heil“-Rufen während des Auftritts der Band im Jahre 2000.12

Diese genannten Fakten zeugen erneut von den praktizierten rechten Ressentiments wie Rassismus, Antisemitismus und Sexismus, welche sich in einer Subkultur verbergen, wie in diesem Falle, dem Black Metal, aber auch durch weite Teile der Gesellschaft mitgetragen werden.

Antifa Recherche Team erzgebirge

  1. www.dance-4-fun.de [zurück]
  2. www.fightfascism.wordpress.com/2009/05/29/neonazi-konzert-in-annaberg-buchholz/ [zurück]
  3. www.miriquidi-festival.de [zurück]
  4. www.mephistopheles-concerts.de [zurück]
  5. www.fightfascism.wordpress.com/2009/05/29/neonazi-konzert-in-annaberg-buchholz/ [zurück]
  6. www.fightfascism.wordpress.com/2009/05/29/neonazi-konzert-in-annaberg-buchholz/ [zurück]
  7. www.fightfascism.wordpress.com/2009/05/29/neonazi-konzert-in-annaberg-buchholz/ [zurück]
  8. www.fightfascism.wordpress.com/2009/08/21/wieder-neo-nazi-konzert-im-%E2%80%9Egleis-3%E2%80%9C-in-annaberg-buchholz/ [zurück]
  9. Gedächtnisprotokoll mehrerer Augenzeug_innen [zurück]
  10. www.myspace.com/gleis3ana [zurück]
  11. www.mephistopheles-concerts.de [zurück]
  12. Bericht eines Konzertbesuchers [zurück]

Ladenschluss jetzt!

Antifaschistischer Impuls Lugau

Aktion gegen Naziladen im westsächsischen Lugau

In der Nacht vom 02. zum 03.05. 2009 verübten vermutlich Antifaschist_innen einen Anschlag auf den Lugauer Naziladen „Fashionstore Weissflog“.
Dabei wurden die Scheibe der Tür, sowie ein Schaufenster durch die Folge von mehreren Steinwürfen verschönert. Grund dafür ist wahrscheinlich die Tatsache, dass der Inhaber Enrico W. schon länger in seinem Bekleidungsgeschäft auf der Hohensteiner Straße die bei Nazis beliebte Marke „Thor Steinar“ verkauft.
Enrico W. sollte somit klar sein, dass er hier nicht ungestört rechten Chic vertreiben kann.

Naziläden zu Baulücken!

da sagt die Scheibe zu dem Stein: ich lad dich auf einen Sprung herein

Quelle: indymedia

„Von nicht`s gewusst? Ne schlechte Tarnung!“

Seit mindestens Januar 2009 kann Nazi auch in Lugau, im blinden Winkel der öffentlichen Wahrnehmung, die bei Gleichgesinnten beliebte Marke „Thor Steinar“ erwerben.
Dazu braucht Nazi nur in den „Fashionstore Weissflog“ auf der Hohensteiner Straße 17 zu gehen. Angefangen mit einer Auktionsagentur und diversen Dienstleistungen wie Messebau, hat wohl auch der „normale“ deutsche Unternehmer Enrico Weissflog das lukrative Geschäft mit der Nazimarke entdeckt. Das Angebot wird bekanntlich durch die Nachfrage geregelt. Letzteres ist ja vorhanden wenn Mensch sich das Stadtbild von Lugau näher anschaut. Naziaufkleber und Plakate, sowie rassistische, nationalistische und antisemitische Schmierereien sind seit mehreren Jahren kontinuierlich im Stadtbild präsent.
Auch wenn der „Fashionstore Weissflog“ optisch auf den ersten Blick einen normalen Eindruck macht bzw. Mensch dort auch normale Kleidung von „Lonsdale“, „Everlast“ oder „Uncle Sam“ erwerben kann, steht die Marke „Thor Steinar“ eben nicht für Friede, Freude, Eierkuchen. Diese wird im Gegensatz zu den fälschlicherweise als „Nazi-Marken“ gebrandmarkten „Lonsdale“ oder „Everlast“ tatsächlich von Neonazis kreiert, vertrieben und schließlich wieder gekauft. Während zum Beispiel die Marke „Lonsdale“ sich in einer öffentlichen Kampagne von ihren „Nazikunden“ distanzierte, fühlt sich „Thor Steinar“ in jener Grauzone augenscheinlich sauwohl und denkt überhaupt nicht daran, die offenkundigen Verstrickungen zu verleugnen. „Frühere Recherchen des Antifaschistischen Infoblattes (AIB) haben Mitarbeiter_innen der „Thor Steinar“ vertreibenden „Mediatex GmbH“ enge Kontakte zur deutschen und europäischen Neonaziszene nachgewiesen. Dass Einnahmen der „Mediatex GmbH“ in rechte und rechtsextreme Strukturen fließen, kann nicht ausgeschlossen werden.“ (Broschüre „Investigate Thor Steinar“) Der Strategiewechsel der Nazis liegt darin, mit einem modernen Outfit auch verstärkt an unpolitische Jugendkulturen anzudocken und den offenen Bezug auf den Nationalsozialismus ad acta zu legen. Dabei hilft dann auch Enrico Weissflog mit der Aufstockung des Sortiments durch „Thor Steinar“ in seinem „normalen“ Laden.

Das ursprüngliche Logo der Marke wurde juristisch verboten, weil es ein nationalsozialistisches Emblem darstellt. Es zeigte zwei Runen, die auch im Nationalsozialismus verwendet wurden und schräg gestellt, das Emblem der „Waffen-SS“ erkennen lassen. Auch die Motive der aktuellen Kollektion nehmen Anleihen an, im Nationalsozialismus beliebten Bildern und Begriffen.
„Darüber hinaus hat „Thor Steinar“ Potential Träger_innen, welche weder Szene noch thematischen Bezug haben, rechte Inhalte zu vermitteln oder zumindest in die Öffentlichkeit tragen zu lassen.“ (Broschüre „Investigate Thor-Steinar“)

Klar ist, dass er mit seiner Verantwortungslosigkeit dazu beiträgt, dass sein Laden mit seinem Angebot von „Thor Steinar“ und seine potentielle Kundschaft, neben der rechten Szene vor Ort eine weitere reale Bedrohung für Migrant_innen, Linke, Behinderte und allen anderen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, darstellt.
Dass er von seiner menschenverachtenden Nazikundschaft sowie durch den Verkauf von „Thor Steinar“ profitiert.

Naziläden zu Baulücken!
Seid geschäftsschädigend!

Weitere Informationen zu „Thor Steinar“ gibt es unter „Investigate Thor Steinar“.

Bilder vom „Fashionstore Weissflog“