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Veranstaltungshinweis: Friedlich in die Katastrophe? Israel, Iran, Deutschland und die Bombe

Dienstag, 22.03.2011, 19:00 Uhr | TIETZ – Chemnitz

Vortrag und Diskussion mit Matthias Küntzel

Die Zeitbombe tickt. Wird die internationale Staatengemeinschaft den iranischen Griff zur Bombe noch verhindern können? Berlin ist in dieser Auseinandersetzung besonders exponiert: Deutschland wurde gemeinsam mit den fünf Vetomächten des Sicherheitsrats mit den Iran-Verhandlungen betraut und ist besonders verpflichtet, einem Regime, das den Holocaust leugnet und Israel auslöschen will, entgegenzutreten. Gleichzeitig ist die Bundesrepublik bis heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner und der bevorzugte Ansprechpartner der Mullahs im Westen. Die besondere Beziehung zwischen Teheran und Berlin ist historisch bedingt, wie Matthias Küntzel anhand einer Fülle bislang unveröffentlichter Dokumente aus Archiven in Washington und Berlin beweist.
Matthias Küntzel, geboren 1955, ist Politikwissenschaftler und Publizist.

Die Veranstalter_innen: Volkshochschule Chemnitz bitten um Anmeldung unter 0371/ 4884343.

antiziganism and neo-nazi activity

Von der (linken) deutschen Öffentlichkeit so gut wie unbeachtet herrscht in vielen osteuropäischen Staaten seit Langem eine regelrechte Pogromstimmung gegen Sinti und Roma. So auch im tschechischen Novy Bydzov, wo Neonazis für den 12. März eine Demonstration angekündigt haben. Dass die tschechischen Neonazis in ihrer Aggressivität ernst zu nehmen sind, zeigten immer wieder Eskalationen auf vergangenen Demonstrationen. Wir dokumentieren deshalb den Aufruf der Antifascist solidarity group, die dazu aufruft, sich den Neonazis am 12. März entgegenzustellen.

+++ aktuelle Informationen hier! +++

Call for blockade of neo-nazi march in the town of Novy Bydzov

Novy Bydzov is a small town of around 7.000 people located on the east from Prague, about one hour driving away. Recently it hit news because of the so-called racial tension between Roma population and white inhabitants, followed by the official statement of the Major of the town saying „Roma people rape, steal and loot in the middle of the day“. Neo-nazis smelt their chance and call for a march through the town.

Their march is organized by the same people as the serious attempt to mass attack on Roma population in Litvinov two years ago. Translated call for action follows:

On Saturday March 12th neonazis are trying to march through the town of Novy Bydzov. The aim of their march is not to propagate nazi ideology in open or more hidden way nor it is to commemorate the death of one of the nazi leaders. Their aim is to directly terrorize, chicane and to try to attack the Roma population of the town. (mehr…)

Zur geläuterten Chemnitzer Zivilgesellschaft

Frei nach dem Aufruf des „Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz“ „Kreativ, bunt und lautstark“ ;)

Bildquelle: Stoooopid People.

Stand Anmeldungen am 5. März Chemnitz(vom 28.2)

Jingle zu Damit’s mal richtig sitzt

Es liefen in der letzten Zeit mehrere Kooperationsgespräche mit dem Ordnungsamt von verschiedenen Anmelder_innen von Kundgebungen am 5. März. Ein Teil der angemeldeten Gegenveranstaltungen haben bereits einen Versammlungsbescheid mit entsprechenden Einschränkungen erhalten. Dass die Anmeldung unter der die Antifa-Demo läuft noch keinen Bescheid bekommen hat, wird wahrscheinlich darin liegen, dass die Stadt immer noch nicht genau weiß, wie sie mit der Demonstration umgehen soll.
Eines steht auf jeden Fall fest: Sie läuft vom AJZ Chemnitz (Chemnitztalstraße 54) (1) über die Blankenauerstraße zum Zöllnerplatz (2). Am Zöllnerplatz ist ein Kundgebung durch das AJZ angemeldet und wird durch die Fraktion42 mit Beats und Bass versorgt. Diese Kundgebung schließt sich dann der Demonstration an. Sie geht auf der Straße der Nationen an zahlreichen Kundgebungen des „Chemnitz Nazifrei“ Bündnis (7,8) vorbei, die gegebenenfalls an diesem Tag Unterstützung gebrauchen könnten. Somit blockiert die Demonstration die vorjährige Aufmarschstrecke der Nazis. Bei der Versammlungbehörde wurde des Weiteren angemeldet, dass die Demonstration am Ende der Straße der Nationen über die Brückenstraße auf die Bahnhofsstraße (6), Innenstadtring, die Theaterstraße und wieder in die Brückenstraße verläuft. Die Endkundgebung wird am Marx-Monument (4) stattfinden.

Eine Karte mit den Anmeldungpunkten und der Route findet ihr hier. Weitere Daten, wie ihr an dem Tag zu aktuellen Informationen, zum Ermittlungsausschuss und etc. kommt, werden in Kürze auf dem AAK Blog bekannt gegeben.

Nazitränen

Noch vor dem diesjährigen 13. Februar und dem damit verbunden Nazigroßevent in Dresden, haben auch die hiesigen Nazis auf sich aufmerksam gemacht. Waren es in den letzten Jahren eher Propagandaaktionen, ließen sie sich dieses Jahr etwas Spezielles einfallen. Auf einer selbst gebastelten Gedenktafel sollte den Oelsnitzer Bombentoten des 13. Februar 1945 gedacht werden. Auf der gleichen Gedenktafel wird auch behauptet, dass der 2. Weltkrieg dem deutschen Reich aufgezwungen wurde. Daneben ließ man ein Holzkreuz aufstellen und neben einem Trauergebinde und Grabkerzen wurden auch Plüschtiere „beigelegt, welche unter anderem an die 9 Schülerinnen einer Berufsschulklasse erinnern sollen“. So etwas kommt in der Provinzbevölkerung an, stellt aber nichts weiter dar als eine bösartige Relativierung der Opfer des Nationalsozialismus.
Dass tote Kinder kein Grund zur Freude sind, versteht sich – sie gegenüber den Ermordeten des NS-Regimes aufwiegen zu wollen, jedoch nicht.
Dementsprechend wurde der Nazikitsch kurzer Hand eingesammelt, in seine Rohstoffkomponenten zerlegt und der Wertstoffverwertung zugeführt.

Damit’s mal richtig sitzt – Antifaschistische Demonstration am 5. März 2011 in Chemnitz (Kurzaufruf)

Polizeiliche Repression gegen Antifaschist_innen, eine zahnlose bürgerliche Demonstration und durch die Stadt ziehende Geschichtsrevisionisten/-innen und Antisemiten/-innen – Grund genug auf die Straße zu gehen!

Start um 11:00 Uhr am AJZ Chemnitz (Chemnitztalstraße 54)

Jährlich marschieren am 5. März, dem Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz 1945, mehrere hundert Neonazis auf. Dies wird zum Anlass genommen einen städtischen Ausnahmezustand sowie einen zivilgesellschaftlichen Aufstand auszurufen. Eine Stadt mit dem Wunsch, neben der Universität und der Beherbergung der ältesten Bewohner_innenschaft Europas, Technikcampus-Firmen und Fachkräfte anzulocken, benötigt ein weltoffenes, friedliches und tolerantes Image. Ganz im Sinne moderner Bürgerlichkeit schreiten Demokratiebewegte jedes Jahr gegen Nazis und für Frieden ein. Leider normal ist dabei das Zusammenspiel von sogenannter Zivilgesellschaft, die die Stadt im antifaschistischen Massenspektakel verteidigen wollen, und städtischer Verwaltung und Polizei, die darum bemüht sind alles in geordnete Bahnen zu lenken.
Die geschätzten Kolleg_innen der Chemnitzer Wachtmeisterei waren immer vor Ort, um dafür zu sorgen, dass neben zivilgesellschaftlich-kommunalen Unmutsbekundungen ein reibungsloser Ablauf der Nazi-Aktionen möglich ist. Gegen einen Großteil derer, die dem neonazistischen Gedenken etwas entgegenzusetzen versuchten, steigerte sich von Jahr zu Jahr der Repressionsdruck. Die Chemnitzer Bereitschaftspolizei fiel dabei wiederholt wegen ihres aggressiven oder schlicht vorzivilisatorischen Verhaltens auf. Das Bild vom Gruppenführer, der seine abgerichteten und wild gewordenen Beamten gerade noch unter Kontrolle hat, ist ein bekanntes Motiv.

Am 5. März 2011 gilt es zu intervenieren, um den Frieden im Rahmen des Gedenkens sowie die Ordnung im Umgang mit Neonazis in der Stadt aufzukündigen!

Weitere Informationen und aktuelle Ankündigungen hier!

Artikel über Grauzone Band „Biertras“

vom Dokumentationsportal über Grauzone und die Rechtsrockszene des Infokollektiv G3

Nicht unser Bier!

oder warum „Biertras“ nicht rockt.

„Ich bin ein Skinhead und liebe meine Heimat. Ich bin ein Hooligan und lebe es mit Wort und Tat“ schallt es im Lied mit dem Titel „Erzgebirge“1 der „unpolitischen“ Band „Biertras“ aus Geyer. Weiter geht es mit „Wir hausen hier im Erzgebige und darauf sind wir stolz ….Erzgebirge mein Vaterland, denn hier bin ich daheim. Ich möchte immer bei dir sein“ Über 100 Jahre zuvor, als der Chauvinist Anton Günther seine Heimatliebe von sich gab, klang das noch so: „onnrer alten deitschen Haamit gilt der letzte Troppen Blut. Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei, weil mer Arzgebirger sei!“
Lokalpatriotismus und Deutschtümelei par excellence. Ein Beispiel weshalb sich die Oi!-Band politisch zwischen rechtsoffener Grauzone und den offenem rechten Spektrum bewegt. Bildet sich doch dadurch eine weitere Schnittstelle zu nationalistischer Ideologie. Muikalisch beschreiben sie Ihren Sound frei nach der Rechtsrockband „Endstufe“ als „Skinhead Rock & Roll“. In Anlehnung an die Bezeichnung „Ultras“ aus der Fußballszene, bezeichnen sich die Bandmitglieder als „Biertras“ – wegen des Bierkonsums – versicherten sie in einem Interview.2 Man(n) trinkt ja gern!

Einblicke

Neben diversen Auftritten im Ratskeller von Geyer spielte die Band unter anderem auf dem „Sauberg Open Air“ im nahe gelegenen Ehrenfriedersdorf. Außerdem spielten „Biertras“ am 19.12.2009 in Niesky zusammen mit „Durstige Nachbarn“ und „Querschlaeger“ unter dem Motto „Ostrock Party“. Am 13.3.2010 zusammen mit der rechtsoffenen Band „Gerbenok“ und „Krampf-Kampf“ in Zeitz und zusammen mit „Lammkotze“ am 11.06.2010 erneut in Niesky.
Gemeinsame Auftritte gab es auch immer wieder mit der „Böhse Onkelz“ Coverband „Engel in Zivil“. Zuletzt am 27.12.2010 wieder im Ratskeller Geyer. Zur „großen Jahresabschlussparty“ von „Engel in Zivil“. Auch bei der „Grosse(n) Benefiz Rock Night“ zugunsten der Kintertagesstätten in Geyer und Herold sowie des SOS Kinderdorf e.V. spielten „Biertras“ neben „Engel in Zivil“ auf.
Ihr Debut Album „Doppelgänger“ erschien unter dem Grauzone Label „KB Records“. Es ist aber auch bei kommerziellen Versänden wie dem „EMP“ erhältlich.
Wie in einem Beitrag auf Oire-Szene berichtet wurde, zeigt ein Blick in die Myspacefreundesliste, dass neben der versammelten Grauzone („Krawallbrüder“, „Gonads“, „Riot Company“, „Bakers Dozen“ (RAC), „Stahlwerkzine“, „Lammkotze“, „Suspekt“, „Unantastbar“, „Randale Records“, „Dolly D“, „Die Jungz“, „Stomper 98″, „Cotze Skinheadrock“, „Roughnecks“ u.v.m.), auch eindeutig neonazistische Bands, Läden und Einzelpersonen zufinden sind.

Schadensbegrenzung?

Nachdem Anfang März 2010 auf „Oire-Szene“ kritisch berichtet wurde, tauchte dann auf dem Flyer zur Record Release Party das Logo „Love Music Hate Fascism“ auf. Wohl eher um weiteren unbequemen Fragen aus dem Weg zu gehen. Denn auf die Kritik von „Oire-Szene“ reagierte die Band aus Geyer, inklusive einer vermeintlichen Distanzierung in totalitärer Manier so: „werdet am besteb Emo´s oder sowas… Da könnt ihr den ganzen Tag heulen!“(Fehler im Orig.)

Infokollektiv G3

Die linke Formierung

von der Antifaschistischen Gruppe Freiberg

„[D]ie Entscheidung ist gefallen. Für den 19. Februar 2011 gibt es die Großmobilisierung zu Massenblockaden nach Dresden.“ Dass man vor diesem Spektakel, bei dem das Gros der Teilnehmenden an den unheimlichen Aufmarsch der ML-Zombies auf der LLL-Demo beinahe heranreicht, besser Reißaus nehmen sollte, möchten wir im Folgenden versuchen darzulegen.

Der Fluch des Superlativs!!!

Großmobilisierung; Massenblockaden; Event; Europas größter Naziaufmarsch; endgültig Geschichte werden zu lassen; bundesweit; auf jeden Fall zu verhindern; können und werden wir nicht; öffentlichkeitswirksam; aktiv werden; Aktionstag; trommelt alle eure Freunde zusammen usw. usf. Diese Sprache spricht Bände. Man braucht nicht erst Victor Klemperers L.T.I. zu lesen, um den Tatendrang, die Kraft und den superlativierten Sinn zu erkennen, mit denen bei no pasarán und Dresden-Nazifrei Politik gemacht wird: Mit einer Sprache, die schon von ihrer Struktur her auf etwas verweist, das zum Fürchten ist. Welch autoritärer Gestus muss in den Köpfen der Menschen herrschen, die die überwiegende Zahl ihrer Ergüsse mit Ausrufezeichen beenden und für die es Höchstleistungen darstellt, Sätze zu formulieren. Sätze, die diese Bezeichnung verdienen und vom Jargon emanzipiert ohne Verlautbarungen der Entschlossenheit und Versicherungen der eigenen, gemeinsamen Identität auskommen. Sätze also, die Inhalt, oder im höchsten aller Fälle gar Kritik, transportieren. Weiterlesen